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Nach Flensburg zum ?

?, was soll dass, werdet ihr euch fragen, frage ich mich natürlich auch.  Warum fahren wir nach Flensburg? Mit dabei sind Uli und Kerstin, Peter und Jasmin, wir und natürlich die Flensburger selbst, Jonas und Rieke. Alles hängt irgendwie mit dem Heuer Clan zusammen. Von da kommt die Idee, die wir schon im zweiten Jahr umsetzen.

Ist die Lösung des ? wirklich der Geburtstag von Jonas? Ist es der schöne Weihnachtsmarkt? Ist es das Flens? Ist es die einzigartige Möglichkeit die Dänen als Motor der deutschen Wirtschaft zu erleben? Ist es Ulis Liebe zu Flensburg? Oder ist es sogar nur, dass wir Spaß miteinander haben wollen. Ich glaube, alle Punkte spielen eine Rolle.

Wie im letzten Jahr erreichen wir bei norddeutschem Schmuddelwetter den hohen Norden. Wir checken im IBIS budget, direkt am ZOB ein. Uli & Kerstin als Direktkunden durchlaufen den vollautomatisierten Check-in problemlos. Wir als HRS Kunden haben da schon mehr Schwierigkeiten, denn IBIS vergibt den Check-in Code nur an Direktkunden. Da die Hotels von den Betreibern der großen Plattformen (Booking.com und HRS) trotz „Bestprice-Verbots“ gegängelt werden, suchen sie anscheinend andere Wege zur Leistungsdifferenzierung für ihren Direktvertrieb. Aber wir hatten Glück, eine Dame an der eigentlich nicht besetzten Rezeption, die wahrscheinlich unbezahlte Überstunden machen musste, da sie ihre Arbeit in der Regelarbeitszeit nicht geschafft hat bzw. nicht schaffen konnte, gab uns den Zugangscode, sodass wir auch problemlos einchecken konnten.

So blieb uns eine Rückkehr vor  dem „wir fallen jetzt todmüde ins Bett“ erspart. Dazu muss man sagen, dass das IBIS in Flensburg eine optimale Lage zwischen Stadt/Weihnachtsmarkt und der Förde hat. Das es auch noch nahe der Wohnung von Jonas und Rieke liegt, erhöht den Buchungswillen unserer Gruppe.

Die vollständige Hotelbewertung könnt ihr hier einsehen. Aber auch an dieser Stelle möchte ich deutlich darauf hinweisen, dass neben der Lage die Sauberkeit des Hotels hervorzuheben ist. Die Ausstattung muss man allerdings als spartanisch bezeichnen. Die zentrale Lage bringt es natürlich auch mit sich, dass ein ruhiger Schlaf bei geöffnetem Fenster nur mit entsprechend vielen, vorgelagerten Flens möglich ist.

Damit fingen wir nach unserer Ankunft auch an. Uli, Kerstin und wir beide warteten draußen im Cafe K auf die anderen, wobei Jonas noch die letzte Nacht nachholen musste. Nachdem Peter und Jasmin zu uns gestoßen waren, testeten wir weiter die Vollmundigkeit des Flens.

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Der anschließende Bummel über den schönen Flensburger Weihnachtsmarkt endete abrupt an einer Glühweinbude vor dem Cafe Central. Hier warteten wir auf unsere beiden Youngsters, die mit Apfelpunsch versuchten auf die Überholspur zu kommen, was ihnen allerdings nicht wirklich gelang.

Auf jeden Fall hatten wir einen wortgewaltigen Abend. Hierzu trugen hauptsächlich unsere, sich im besten Alter befindlichen Damen bei, die uns deutlich zu verstehen gaben, dass wir Kerle nur 100 Worte am Tag können. Nein, Quatsch, es war rundum ausgeglichen und gemütlich. Bei guter Stimmung kehrten wir später im Krusehof in der Roten Straße ein (Tipp: www.weinstube-flensburg.de ). Der Flammkuchen war großartig, meine persönliche Empfehlung: Der Brasilianer, ein wenig detiger, äh, ich meine natürlich schärfer, aber absolut im Rahmen, lässt das letzte Störtebecker noch besser schmecken.

Tipp: Die Rote Straße ist die zentrale Touristenstraße in Flensburg. Dort haben wir neben der Weinstube Krusehof, bereits im letzten Jahr im Rumhaus Braasch gute Erfahrungen gesammelt. Nicht nur das kleine, interessante Museum lädt zu einem Besuch ein, auch die Rumverköstigung ist erlebenswert. Ansonsten ist es das ganze Ambiente dieser Straße, die mich begeistert.

Das Frühstück am nächsten Morgen wollten wir im Cafe K einnehmen, hier wurde uns bereits gestern von den netten Mädels signalisiert, dass es heute keinen Platz für uns gibt. Für morgen haben wir allerdings reserviert. So gingen wir heute ins Cafe Central, wir hatten ein gutes Frühstücksbuffet, Preis / Leistung stimmten. Im letzten Jahr hatten wir neben dem Cafe K unser Frühstück noch im Extrabreit, welches sich, wie das Cafe Central, auf der Große Straße befindet. Dem Cafe K würde ich schon aufgrund der Atmosphäre und der freundlichen Bedienung ein „sehr gut“ geben, das Central, wie auch das Extrabreit erhalten die Note gut, wobei ich das Extrabreit dem Central vorziehen würde. Aber wie gesagt, alles war gut.

Unser Leisereiter Uli, nach 2 Monaten Südamerika ist es sehr angenehm, einfach mal jemanden zu folgen und nicht selbst im Lead zu sein. Also unser Uli hatte mehrere Vorschläge, die er bereits gestern demokratisch zur Abstimmung gebracht hat. Warum auch immer stimmten wir alle für seinen Favoriten, den Weihnachtsbasar im Schloss Glücksburg.

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Wir fuhren also mit dem Bus in die nördlichste Stadt Deutschlands, ein Fakt der mir bis dahin auch nicht bekannt war. Ich dachte, dass Flensburg die nördlichste Stadt Deutschlands ist. Zufällig hatte ich ein Ushuaia T-Shirt an, da wurde mir bewusst, wir sind innerhalb von 14 Tagen von der südlichsten Stadt der Erde in die nördlichste Stadt Deutschlands gekommen, nicht schlecht.

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Entlang der Förde machten wir bei frühlinghaftem Wetter einen Spaziergang. Da Jasmin noch ein Shopping-Argument für den anstehenden Fußball-Nachmittag brauchte, stolperte sie so in eine Bushaltestelle, dass ihre Jeans keine Überlebenschance hatte. Leider war der Sturz etwas schmerzhaft, aber das bevorstehende Shoppingerlebnis ließ sie den Schmerz schnell vergessen. Ein letzter Versuch ihr deutlich zu machen, dass sie mit „Längstrissen“ in der Jeans einen neuen Trend setzen könne, prallte an ihr ab.

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Als wir schließlich beim Schloss ankamen, war der Weihnachtsbasar abgesagt, ärgerlich aber nicht schlimm. 

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Für Uli natürlich ein Debackel, da bereitet er alles wochenlang vor und dann das. Deprimiert und völlig fertig sackte er auf der Bank in sich zusammen. Wir mussten ihn wieder aufbauen, aber wie?

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Ein zufällig anwesender Passant gab uns den Tipp, dass es eine Konkurrenzveranstaltung in der Rudehalle gibt. Dort gab es einen netten Basar und der Glühwein schmeckte auch schon wieder, Ulis Tag war gerettet. Wie wir dort erfuhren, wurde die Veranstaltung im Schloss bereits zum zweiten Mal in Folge abgesagt. Grund dafür sind interne Klüngeleien zwischen beiden Veranstaltern. Das kennt man ja, ist aber ärgerlich für Menschen, die eine längere Anreise haben, um dann beim Schloss vor verschlossenen Türen zu stehen. Da aufgrund der Zwistigkeiten zwischen den Veranstaltern am Schloss kein Hinweisschild auf die Veranstaltung in der Rudehalle steht, schaffen sich Schloss und Stadt kein wirklich positives Image. Meine von mir angebotenen Vermittlungsversuche wurden leider nicht in Anspruch genommen. Die kurzfristig aufkeimende Hoffnung auf einen Zusatzverdienst, ging so im Glühwein unter.

Erwähnenswert noch die Logik der Bushaltestelle an der Rudehalle. Es gibt auf der Straße eine deutliche Auszeichnung nach Flensburg. Also postierten wir uns auf dieser Straßenseite und warteten auf den Bus. Den Bus auf der Gegenseite ließen wir fahren, denn wir wollten ja raus aus Glücksstadt, die Sky-Bar in Flensburg wartete schon. Erst als der Bus auf der gegenüberliegenden Seite fort war, stellten wir fest, dass das der Bus nach Flensburg war. Alles komisch, aber ein weiterer Glühwein half uns über unseren Kummer hinweg.

Dieser Kummer wurde durch das 96 Spiel in Hoffenheim aber wieder größer. Trotz der Niederlage kehrten wir nach dem Spiel beim Spanier La Tasca, neben dem Cafe Central ein. Die Tapas waren gut, die Atmosphäre stimmte, so wurde die Stimmung nach der unnötigen Niederlage der Roten wieder besser. Irgendwo sollte es noch ein Absacker sein, was bei der Vielzahl der anwesenden Dänen und dem schlechten Wetter ein Problem war. Tipp: Wer in der Adventszeit, am Wochenende nach Flensburg kommt, sollte sich bereits im Sommer um ein Quartier kümmern. Auch bei den beliebtesten Restaurants, wie z.B. das Hansens,  ist eine frühzeitige Tischbestellung unumgänglich. Uli hatte es im Oktober bei unserem Favoriten „Hansen“ versucht, aber er war zu spät.  Tipp: https://www.hansensbrauerei.de Wer rustikales Essen mag und die dazu passende Atmosphäre, sollte hier einkehren.

Einen vorletzten Absacker gab es am Bundeswehrstand auf dem Weihnachtsmarkt in der Nikoleistraße. Tipp: Der beste Glühwein in Town (für Uli: in der Stadt). Auch die Erbsensuppe ist ein Genuss. Ein letztes Flens gab es noch in einer Kneipe nahe des Südermarktes, mit dem eingängigen Namen Mile Lokal Ohrid. Die Wohnzimmeratmosphäre und der dazugehörende Lärmpegel war aber nicht das wirkliche Highlight des Tages und so zog es uns schnell in Richtung IBIS.

Den Sonntag begannen wir mit einem gemütlichen Frühstück im Cafe K am Südermarkt, dem eigentlichen Zentrum des Weihnachtsmarkts. Genüsslich verzehrten wir Flensburger und Dänen, wie bereits erwähnt, ist das Frühstück hier sehr gut. Tipp: Cafe K, das leider keine eigene Website hat.

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Anschließend ging es zurück in die Heimat mit dem Fazit: Flensburg ist eine oder mehrere Reise(n) wert. Alles war super organisiert, danke Uli und die Hauptsache, wir hatten Spaß miteinander. Wenn alles klappt, sind wir im Dezember 2016 wieder da. Uli bestimmt früher, denn er liebt Flensburg.  

Euer Deti