Tag 27 Dienstag 03.11.2015

Foto des Tages

Gabys Papa hat Geburtstag, natürlich ist es unsere erste Tat ihm Glückwünsche auszusprechen. Alles Gute Kurtchen.

Ja, da war er wieder, der großartige Tag. Nachdem wir uns gestern überlegt hatten, wie wir mit dem Restprogramm „Straße der Vulkane“ umgehen, lief alles nach Plan.

Es begann gut, der Tungurahua war frei. Der  Vulkan wird übrigens von einer freiwilligen "Vulkanwacht", die fast ausschließlich aus älteren Männern besteht, rund um die Uhr bewacht. Der Vulkan ist hochgradig aktiv, sodass es auch Sinn macht. Im Alter sucht jeder eine Beschäftigung. Ich bin nicht alt, also suche ich auch nicht.

Wir haben die Straße der Wasserfälle den Bach runtergehen lassen und den Vormittag auf der schönen Hazienda Mantele verbracht. Schön war schon, dass wir nicht gleich nach dem Frühstück los mussten/wollten. Wir blieben lieber sitzen und genossen den zweiten und dritten Kaffee.

Anschließend war ich wandern, gleich dazu mehr. Gaby hatte keine Lust und hat stattdessen unser  Gepäck sortiert, ein Job, bei dem ich nur im Wege stehe.

Um 10 Uhr ging die knapp 2-stündige Wanderung zu einem Wasserfall in der Nähe der Hazienda los. Mit dabei 5 Mädels, die ich gestern noch für Däninnen gehalten hatte, in der Zwischenzeit sind sie zu Belgerinnen mutiert. Also der Guide, Deti und 5 Mädels. Gaby wollte sich kaputt lachen.

Es hat richtig Spaß gemacht, die 5 waren gut drauf und so hatten wir Spaß. Die Wanderung ging durch eine schöne Landschaft den Berg hinauf, ein wenig musste auch gekraxelt werden, aber es hielt sich in Grenzen.

Nach meiner Rückkehr packten wir das Auto und um 12:30 Uhr starteten wir. Unterwegs bewunderten wir immer wieder das Grün in Lagen bis an die 4000 Meter, in Europa sieht es in diesen Höhen kahler aus.

Wir hatten uns zwei Routen zurechtgelegt und es davon abhängig gemacht wie wir durchkommen, um zu entscheiden, welche der beiden Möglichkeiten wir nehmen. Entweder Riobamba direkt oder den Umweg um den Chimborazo herum. Wir kamen sehr gut durch und fanden auch ohne Ausschilderung den Weg zum Chimborazo. Hier einige Fakten zu diesem beeindruckenden Vulkan: Er ist 6310 Meter hoch und damit der höchste Gipfel Ecuadors. Er ist immer schneebedeckt und beliebtes Ziel vieler Alpinisten.

Die Straße war gut, aber irgendwie spinnen auch die Ecuadorianer. An steilen Anstiegen, außerhalb von Ortschaften kommen plötzlich die berühmten Bumper. Ich war gerade froh etwas Geschwindigkeit erreicht zu haben, da kommt so ein bescheuerter Bumper und ich fange von vorne an. Das hat mich fast an die Zeit erinnert, als wir mit Mutti und Papa zum zelten nach Österreich gefahren sind. 2 Erwachsene, zwei Kinder, volle Campingausrüstung und Klamotten und Spielzeug für 3 Wochen. Mit einem VW Käfer, 32 PS und dann kamen die Kassler Berge. Uwe und ich lagen hinten und feuerten unseren Fahrer an: „Papa, los gib Gas“; und Papa trat das Gaspedal durch, doch nichts tat sich.

Ganz so schlimm war es nicht, aber man merkte in der Höhe doch eine reduzierte Motorleistung. Schließlich kamen wir am Chimborazo an, nachdem wir auf der Strecke neben der wunderschönen Landschaft auch noch einige Alpakas sahen.

Um noch weiter nach oben zu kommen, mussten wir uns registrieren lassen. Der Startpunkt war immerhin schon auf einer Höhe von 4350 Meter. Auf einer Schotterpiste ging es bis auf 4800 Meter hoch. Verdammt dünne Luft da oben. Da Gaby schon leichten Kopfdruck hatte, haben wir uns oben nicht weiter bewegt. So hoch waren wir noch nie und es war ein bewegender Moment, den ich gleichsetze mit „auf der chinesischen Mauer stehen“, oder am Kap der Guten Hoffnung am aller südlichsten Punkt Afrikas zu stehen und zu wissen, keiner ist in Afrika noch südlicher als du selbst.

 

4800 Meter über dem Meeresspiegel

Die restliche Strecke nach Riobamba legten wir ohne Probleme zurück und auch in Riobamba haben wir uns nicht großartig verfahren, sodass wir noch vor 17 Uhr in der Hazienda Abraspungo waren. Eine wirklich tolle Anlage, gemütlich und familiär. Jetzt sitzen wir wieder beim offenen Kamin und hatten gerade unser vorzügliches Abendessen. Meine Hotelbewertung befindet Ihr hier

Ein mehr als gelungener Tag.

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