Tag 9 Freitag 16.10.2015

Foto des Tages

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Heute und morgen stehen ganz im Zeichen der Inkas. Morgen steht die Ganztagestour nach Machu Picchu an. Heute sind wir mit dem Wagen durch das Valle Sagrado gefahren. Das Valle Sagrado ist der zentrale Teil des Urubambatals. Es erstreckt sich von Piscas bis Ollantaytambo. Beide Orte liegen ca. 60 km voneinander entfernt. Für die Inkas war es aufgrund der günstigen Lage das landwirtschaftliche Zentrum ihres Reiches.

Nach einem gemütlichen Frühstück machten wir uns auf den Weg zu den Plätzen der Inkas. Angeboten wird ein Paket mit 4 Sehenswürdigkeiten im Tal. Dieses Paket (22,-€ p.P.) haben wir in Ollantaytambo gekauft. Uns war klar, dass alle 4 Attraktionen an einem Tag nicht machbar sind.

  • Inkatempel in Ollantaytambo
  • Inkaterrassen von Moray
  • Inkastätten in Chinchero
  • Inkapalast in Pisac

Da das Ticket auch nur zwei Tage gültig ist, entschieden wir uns in Ollantaytambo wirklich dafür nur eine kurze Fotosession einzulegen. Der Anstieg zum TotT (Top of the Tempel) erschien uns zu beschwerlich.

In Ollantaytambo endet auch die Straße. Wer nach Machu Picchu will, der muss ab hier die Bahn oder einen 4 Tagesmarsch in Angriff nehmen. Die Anlage der Inkas in Ollantaytambo wurde nie richtig fertig gestellt. Unter Führung des von Spanien abtrünnigen Marco Capac gelang sogar einmal die Verteidigung der Anlage gegen die Spanier unter Führung von Hernando Pizarro. Dem zweiten Angriff waren dann die Inkas nicht mehr gewachsen und der tapfere Marco Capac starb durch die Hand eines spanischen Mörders.

Statt uns die Festung hoch zu quälen, gingen wir lieber zum zentralen Platz des Ortes und beobachten die Szenerie. Hier gibt es einfach großartige Jobs, z.B. sitzt an einer schwer einsehbaren Straßenecke ein Polizist im Korb und gibt den Verkehrsteilnehmern Zeichen, wann er fahren kann und wann nicht. Ein Spiegel würde es auch tun. Auch bei der Verkehrsregelung in einer Baustelle im Ort, würde jeder deutsche Polizist einen Herzinfarkt bekommen, aber es lief.

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Zweites Ziel, im zweiten Anlauf war Moray. Den richtigen Weg zu finden war eine echte Herausforderung. Über 10 km Schotterpiste, Menschen gefragt, die uns nicht verstanden und letztendlich mit vielen Mühen das Ziel erreicht. Trotz aller Anstrengungen haben die unterschiedlichen Ausblicke unterwegs für alles entschädigt. Lustig ist, dass wir anscheinend aus der Richtung kamen, aus der sonst niemand kommt. Auf jeden Fall hat uns niemand nach einem Ticket gefragt, hätten wir das zwei Tage vorher gewusst.

Die Besichtigung der Terrassen war dann interessant. Man geht heute davon aus, dass Moray eine wissenschaftliche Station der Inkas war, wo sie auf den einzelnen Ebenen unterschiedliche ökologische Rahmenbedingungen erzeugen konnten. So experimentierten sie, wie, wo, was am besten angebaut werden kann. Für mich, für die damalige Zeit unvorstellbar.

Wir waren ja wieder 3575 Meter hoch und trotzdem wagten wir uns auf den Rundkurs mit Ab- und Aufstieg. Es war sehr interessant, aber man merkte die Höhe deutlich, ich erreichte in der Spitze einen Harpunenlauf von DonJupp, nie war ich langsamer. (Ja, ich weiß, ich Stricher).

Dann ging es weiter nach Pisac, wo die nächste Inka Anlage auf uns wartete. Die Anreise war beschwerlich, denn zur Verkehrsberuhigung haben die Peruaner überall künstliche Huckel eingebaut, selbst auf unbefestigten Wegen, gab es diese unsichtbaren, aber deutlich spürbaren Huckel.

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Ich habe die Anlage dann besichtigt und war so wieder auf 3514 Meter angestiegen. Gaby machte bei der Höhe von 3455 Meter Schluss, was auch besser war, denn es machte sich ein Unwohlsein bemerkbar. Nach meiner Rückkehr sind wir in „normale“ Höhen von 2800 Meter gefahren und sofort ging es uns besser.

Zum Abschluss des Tages wollten wir noch in ein Thermalbad in Lamay Rast machen. Doch das abseits gelegene Bad hatte geschlossen und selbst wenn es geöffnet hätte, wären wir enttäuscht abgezogen. Das 2 mal 5 Meter große Becken ohne jegliche weitere Infrastruktur, entsprach nicht unseren Vorstellungen.

Also wir zurück zum Hotel und dann passierte es, meine Frau überrascht mich nach 41 Jahren. Plötzlich, ohne jede Vorwarnung sagt sie:  „weißt du, worauf ich mich jetzt freue?“ Deti: „Na klar, auf einen Kaffee“, Gaby: „nein auf ein Bier“. Zum Glück waren wir  auf gerader Strecke und mein Lenkradverreißer bleib ohne Folgen, aber bis jetzt bin ich darüber noch nicht hinweg.

Das Bier hat sie bekommen, ich auch. Dann sind wir zum Essen in den Ort gegangen und in einem Hinterhof haben wir extrem günstig und gut Hähnchen mit Pommes gegessen. Bevor wir das Restaurant erreichten, hätte ich mich noch fast richtig lang gemacht, zu Fuß stolperte ich über den 1001 Tages-Huckel in einer Nebenstraße, die spinnen sie  Peruaner.

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So, dass soll es für heute gewesen sein.

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