Tag 48 Dienstag 24.11.2015

Foto des Tages (wie wir die Massen lieben :-))

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Du wachst morgens auf, schaust raus und dein Schiff gleitet wie von Elektromotoren angetrieben durch die chilenischen Fjorde. Was für ein Moment, in einer großartigen Landschaft. Gaby fühlt sich an unsere Kreuzfahrt in Norwegen erinnert, ich denke eher an die Inside-Passage von Alaska nach Vancouver Island, beide sind wir begeistert. Schade nur, dass der Himmel wolkenverhangen war, so kommt die Stimmung auf den Bildern nicht wirklich rüber.

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Wir legen dann in einem Kaff mit dem Namen Chacabucu an, dagegen hat Harenberg eine Downtown.

Da es hier keinerlei Möglichkeiten für eine selbstorganisierte Tour gibt, haben wir heute unseren einzigen Landausflug bei Frankys Truppe gebucht. Aus der Heimat habe ich Signale empfangen, dass nicht klar rüber gekommen ist, wer Franky ist. Frank(y) ist der  Chef der Norwegian Cruise Line, unserer Reederei. Um meinen Beschreibungen einen roten Faden zu geben, habe ich ihn praktisch als meinen Ansprechpartner für Lob, Kritik und Ketzereien genommen. Für mich passte das besonders gut, weil Frank(y) in einer der letzten Ausgaben eines touristischen Fachmagazins seine, für mich utopischen Ziele, bekanntgegeben hat. Er will in allem der Beste sein, da lässt es sich gut ablästern. Dieses noch einmal zur Erläuterung. Sotllte es euch nicht gefallen, oder ich überziehe mit meiner Lästerei, schreibt es mir, denn ihr sollt euren Spaß haben.  

Den Beginn des Ausflugs beschreibe ich im zweiten Teil meines Berichts in der Rubrik „Comedy“.

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Mindestens 9 Busse starten zur gleichen Tour von Puerto Chacabuco, über Puerto Aysen nach Coyhaique, der Provinzhauptstadt. Ehrlich Leute, wenn es einen A…der Welt gibt, dann muss das hier in der Nähe sein. Außer toller Natur ist hier nichts. Unser erster Halt ist dann das Tor zum Reserva Nacional Rio Simpson. Kreuzfahrer aus neun vollbesetzten Bussen fallen gleichzeitig über ein Einraum-Museum, einen Riesen-Rhabarber und einen Fluss her. Zeit 20 Minuten dann geht es mit dem Bus weiter zum 400 Meter entfernten Wasserfall der Jungfrau. Nur ein kurzer Fotostopp, 10 Minuten Aufenthalt, dann geht es weiter.

Wir sitzen im Bus und ich nehme meine Gaby leidenschaftlich in den Arm, alles richtig gemacht an den Tagen 1 bis 47. Weiter geht es durch traumhafte Landschaft, ein Paradies für Wanderer. Ich sehe viele schöne Motive an mir vorbeisausen, hinter mir wird der Auslöser ohne Ende gedrückt, aus dem fahrenden Bus, ohne entspiegelte Seitenscheiben. Ich nehme meine Gaby leidenschaftlich in den Arm, alles richtig gemacht an den Tagen 1 bis 47.

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Noch ein schöner Fotostopp, dann sind wir am Zielort der Provinzhauptstadt Coyhaique angekommen; 40 Minuten Zeit. Reicht wahrscheinlich auch, aber trotzdem blöd. Wir essen ein Eis, schlendern ein wenig durch die Stadt und genießen die Sonne im regenreichsten Gebiet Chiles. In dieser Region regnet es über 300 Tage im Jahr und nicht nur Tröpfchen, wie uns Heike unsere norddeutsche Reiseleiterin, die die Liebe hierher verschlagen hat, erklärt. Heike macht ihre Sache übrigens total süß und toll. Sie mixt ihre persönliche Geschichte mit Informationen zur Gegend. Man merkt ihr an, wie glücklich sie hier ist, extrem sympathisch. Sie erzählt uns von Grill-Ritualen aus der Gegend: trinken steht im Vordergrund, mal was Neues. Sie erzählt, welches Zeichen sie von ihrem Schwiegervater bekommen hat, dass er sie in der Familie akzeptiert. Er hat ihr das Familienrezept von Pisco Sour, dem chilenischen Nationalgetränk, gegeben. Ich vermute einen gewissen Eigennutz des Schwiegervaters dahinter. Danke, Heike.

Auf der Rückfahrt gibt es dann noch einen Verpflegungsstopp für 9 Busse zeitgleich. Natürlich nicht für die Busse, sondern für die Insassen. Aber keine Angst, es war wirklich gut organisiert und das Fingerfood schmeckte köstlich.

Trotzdem habe ich nach der Rückkehr meine Gaby leidenschaftlich in den Arm genommen und gesagt, alles richtig gemacht an den Tagen 1 bis 47. Wenn ihr jetzt sagt, aber heute war dann nicht so dolle, muss ich widersprechen. Die Landschaft war großartig. Wir sind glücklich, dass wir es sehen konnten und es hätte keine andere Möglichkeit gegeben. Außerdem hat es uns erneut gezeigt, dass es zumindest für uns richtig ist, auf diese Ausflüge zu verzichten, wenn wir andere Möglichkeiten haben. Auch wenn wir dann die netten Geschichten von Heike nicht erfahren hätten.

Soweit der seriöse Teil des Berichts, jetzt kommt Comedy pur, keine professionelle Comedysendung kann das wahre Leben toppen.

Auf unserem Ticket stand Meeting 9:45 Uhr Theater. Wir waren gerade eingetroffen, da fängt eine von Frankys Mädels an die Masse auf Englisch zu begrüßen. Sie kam bis zum vierten Satz, da sprang ein sportlicher Mittvierziger nach vorne, verwirrte das Mädel und redete auf sie ein, erste Unruhe im Raum. Der Typ nimmt dem verdutzten Mädel das Mikro ab und sagt: „Dieses ist eine Ansage speziell für unsere deutschen Gäste …“ Dann erläutert er den Ablauf der Einschiffung, eigentlich sagt er in 3 Minuten nichts, was wir brauchen können. Er gibt dem Mädel das Mikro und haut ab.

Sie fängt erneut mit der Begrüßung an, da kommt ein Zwischenruf aus dem Publikum „Espaniol“, verzweifelt gibt das Mädel das Mikro an die Oberdompteuse ab, die sich bislang im Hintergrund gehalten hat. Sie erläutert auf Spanisch, selbst für mich verständlich, dass es eine spanische Erklärung später gibt. Also begrüßt sie erneut in Englisch, bis ein erneuter, schon massiverer Zwischenruf kommt: „Espaniol, Espaniol“, andere stimmen in den Kanon ein, „Espaniol, Espaniol, Espaniol“.

Sie vorne, schon leicht angefasst, bittet um Respekt und versucht deutlich zu machen, dass sie die Peitsche in der Hand hat, was ihr nicht wirklich gelingt.  Dann erläutert sie wie das Ticket zu lesen ist und macht auf die Ausflugsnummer aufmerksam, die auch noch auf der großen Theaterleinwand gezeigt wird. Sage und schreibe 18 Mal fragt sie nach ob jeder seine Ausflugsnummer gefunden hat. Keine Reaktion aus dem Publikum. Als sie dann anfangen will den ersten Ausflug aufzurufen, stürmen ca. 5 Leute mit Tickets nach vorne, ich kann es nur vermuten, sie fragen nach ihrer Ausflugsnummer. 5 Minuten Unterbrechung, das Mädel fängt erneut an und wird von einem Zwischenruf „Espaniol“ unterbrochen. Der wird ignoriert, aber in der Zwischenzeit sind die Leute mit dem Ticket Meeting 10:00 Uhr im Raum, die haben natürlich die Erläuterungen mit der Ausflugsnummer nicht mitbekommen. Als dann die erste Ausflugsnummer aufgerufen wird, stürmen einige der Neuankömmlinge nach vorne, weil sie ihre Ausflugsnummer nicht kennen. Also Stopp, das mit der Ausflugsnummer wird erneut erläutert, dann ging es los. Ich kann es nicht besser beschreiben, man muss es erlebt haben. Ich glaube es ist jeden Morgen so, zumindest machte die peitschenlose Dompteuse diesen Eindruck.

Der Einstieg in die Tenderschiffe war dann auch irgendwie nicht gut organisiert und um 11 Uhr startete unser Ausflug. Anfangs war ich abgenervt, am Ende habe ich mich nur noch amüsiert. Der internationale Comedypreis 2015 geht eindeutig an diese Veranstaltung.

Und auf geht es 3 Tage durch die chilenischen Fjorde und die Magellanstraße. Wir sind gespannt.

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Tag 49 Mittwoch 25.11.2015

Foto des Tages

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Das Foto des Tages zeigt an was heute los war. Die Fahrt durch die chilenischen Fjorde war in erster Linie Wolkenverhangen und grau. Zum Mittagessen war es dann ein wenig freundlicher, aber die wahre Schönheit der Landschaft konnte sich ohne Sonne nicht wirklich entfalten. Anzuerkennen ist allerdings die Leistung der Leute auf der Brücke, einen solchen Kahn durch die engen Fjorde zu fahren, Respekt.

Also gibt es heute nichts zu berichten, wir waren einfach nur faul. Um ehrlich zu sein, tat es auch richtig gut, danke Petrus. Morgen noch einmal, bitte.

Foto des Tages 2

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Dieses war der unveränderte Originalbericht von ca. 14 Uhr. Anschließend haben wir uns hingelegt und als ich wach wurde, schlich ich mich nach oben an Deck 11. Sonnenstrahlen schlugen mir entgegen und ich dachte nur, Petrus mach keinen Scheiß und vergiss meine Worte von eben, denn der Ausblick war beeindruckend und ich wünsche mir die Sonne.

Gaby kam auch bald hoch und wir bestellten Bier und Wein. Erstmals seit 7 Wochen ließen wir uns so fallen, dass wir an die letzten 49 Tage dachten. Durch die Sonne, war die Landschaft einfach nur großartig. Wir saßen auf Deck 11 und waren in Gedanken ganz weit weg, einfach grandios.

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Erstmals wurde mir bewusst, wenn wir zurück sind, muss ich nicht ins Hamsterrad, sondern kann möglichst viel selbst bestimmen, was, wann, wo, wie, mit wem ich/wir mache(n). Ein unbeschreibliches Gefühl. 

Tag 50 Donnerstag 26.11.2015

Foto des Tages 

gibt es heute nicht

Heute stand die Durchfahrt bzw. das kreuzen durch die Magellanstraße an. Das Wetter war bescheiden. Kalt, stärkere Winde, mal Regen und durchgehend schlechte Sicht. Auch war die Durchfahrt tagsüber nicht wirklich spektakulär, erst nach Sonnenuntergang wurde es enger und damit auch interessanter. So haben wir uns den Tag mit faul sein, faul sein und noch einmal faul sein vertrieben. Abends waren wir trotzdem kaputt, keiner weiß warum. Mehr gibt es nicht zu berichten. 

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