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Tag 20 Dienstag 27.10.2015 (wenn ihr etwas über die Planung zu diesem Teil der Reise lesen wollt, folgt diesem Link)

Foto des Tages

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Wieder so ein sensationeller Tag, wieder Natur pur, aber so anders. Wir sind im Amazonas Gebiet, obwohl wir nicht am Amazonas sind sondern am Napo Fluss sind. Der Napo ist ein Riesenteil, und einer der Quellflüsse des Amazonas, deshalb spricht man vom Amazonasgebiet. Ich vermute eher, dass das der Name Touristen anlocken soll, da der Amazonas bekannter ist als Napo.  

Aber bevor ich am Ende des Tages anfange, beginne ich lieber chronologisch. Ausschlafen war angesagt, erst um ½ 9 Uhr holte uns der Transferbus ab. Schade nur, dass wir beide schon um 5 Uhr wach waren.

Der Transferbus brachte uns zum Flughafen, Franziska unsere Führerin für die nächsten Tage, war schon im Bus, wir hatten sie bereits in Hannover kennengelernt. Franziska ist Schweizerin und vor ca. 20 Jahren auf große Tour gegangen, erst sollten es 3 Monate werden, in Ecuador ist sie hängen geblieben. Der Regenwald hat ihr Herz gewonnen. 

Mit dem Flieger nach Coca oder auch San Francisco de Orellana. Spannend wird es jetzt. In Coca werden wir auf ein von der Bauart her langes Einbaumschiff mit zwei Motoren geführt. Mit ca. 45 Stundenkilometer, gefühlt doppelt so schnell, rast der Pilot über 200 bis 300 Meter breiten Fluss. Er muss Untiefen ausweichen und liefert sich teilweise Rennen mit anderen Booten vom linken zum rechten Ufer.

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Die Fahrt dauert knapp 2 Stunden. Es folgt ein 25 minütiger Gang durch den Regenwald. Obwohl wir schon in mehreren Regenwäldern waren, ist die Vegetation immer wieder beeindruckend. Zum Schluss kommt dann noch eine ca. 10 minütige Fahrt mit einem Einbaum zur Sacha Lodge (Sacha =Dschungel), die am anderen Ufer des Sees liegt.

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Das Frühstücks- und Mittagsrestaurant, sowie der Badeeinstieg der Sacha Lodge Meine Hotelbewertung befindet Ihr hier

Eine beeindruckende und nicht alltägliche Anreise. Die Sacha Lodge liegt ungefähr zwischen Äquator und dem 1 Breitengrad der südlichen Halbkugel.

Das Grün, die frischen Farben und die Geräusche sind für jeden Mitteleuropäer etwas Besonderes. Gleich nach der Ankunft gibt es im Restaurant ein gutes Mittagessen. Anschließend endlich ein wenig Ruhe. Unser Bungalow ist der letzte auf dem Weg und als wir eintreten sind wir beeindruckt. Wir wohnen wirklich mitten im Dschungel umgeben von fremden Geräuschen, Pflanzen und Lebewesen.

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Die Ausstattung der Hütte ist gut, das Zimmer, das Bad und der Balkon sind sehr groß und das Zimmer ist zweckmäßig eingerichtet, das ist keinesfalls negativ gemeint. Bad und Balkon sind Spitze, dieser Komfort, kann eigentlich weit weg von der Zivilisation nicht erwartet werden. Das gilt im Übrigen auch für den Rest der Anlage. 

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Das Bad mit Regenschauerdusche, vom Dschungel nur durch ein Moskitonetz getrennt

Natürlich nutze ich sofort eine der beiden Hängematten auf dem Balkon und nicke auch sehr schnell weg, der Körper will es so.

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Um 16:30 Uhr werden wir mit Gummistiefeln ausgerüstet und schon geht es auf die erste Paddeltour. Wir haben das große Glück, dass wir zwei Guides exklusiv für uns haben, neben Franziska ist auch der einheimische Guide Boliver für uns da.

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Auf der Tour über den See und durch einen kleinen, schmalen Kanal um den See herum, sehen wir viele Pflanzen, tolle Farbspiele und z.B. Vögel wie den Hoazin, das Stinkhuhn. Der Vogel heißt deshalb so, weil er zwei Mägen hat, die nacheinander verdauen, dadurch wird das Fleisch des Vogels ungenießbar, es stinkt erbärmlich. So hält man sich Feinde vom Hals. Der Vogel hat doch was vom Pillhuhn, oder?

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Auch sehen wir erstmals Termitennester hoch oben im Baum (bild links).  Am Baum  gehen dann Termitenstraßen hoch. So schützen die Damen  und Herren Termiten Ihre Nester, da es im Regenwald auch mal regnet und  dadurch der Wasserpegel schnell und heftig steigt. 

Gesehen haben wir auch noch den seltenen Agami Reiher, doch  fotografieren konnten wir ihn nicht, dazu war das Vieh zu clever. Anhand  dieses Beispiels will ich versuchen zu erklären, was ich anfangs gemeint  habe mit „so unterschiedlich“.

Gleich ist zwischen Galapagos und Dschungel, du bist wirklich in der Natur und kannst nie vorhersehen ob sich die Tiere da aufhalten, wo du gerade bist und sie vermutest. Im Dschungel ist die Wahrscheinlichkeit die Tiere wirklich anzutreffen aber viel geringer als z.B. auf den Galapagos. Du musst im Dschungel nach Tieren auch ganz anders Ausschau halten, viel intensiver und trotzdem siehst du von der Tierwelt viel weniger, weil sie auch weiter weg sind. Galapagos lebt von seiner Tierwelt, der Regenwald von seiner Vegetation und seiner so ganz anderen Tierwelt.

Abends waren wir noch mit Franziska in der Bar und haben anschließend gemeinsam zu Abend gegesssen. Dabei hat sie uns noch die Geschichte mit dem Frosch erzählt, der sie vor vielen Jahren mal gebissen hat. Muss toll klingen, wenn man mit Touristen im Regenwald spaziert und der Guide ruft: „Oh, mich hat gerade ein Frosch gebissen“. Es war übrigens ein Hornfrosch, ich hatte nie vorher gehört, dass Frösche beißen. Also Vorsicht im Dschungel vor beißenden Fröschen.

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Jetzt sitze ich hier im Zimmer und höre unglaubliche Geräusche, die nicht von Gaby hinter mir stammen. Nein, sie kommen von draußen und sind laut, aber wunderschön. Wer mal in einer Safarilodge in Afrika übernachtet hat, weiß was ich meine, du hast nicht eine Sekunde Ruhe.