Tag 31 Samstag 07.11.2015 (wenn ihr etwas über die Planung zu diesem Teil der Reise lesen wollt, folgt diesem Link)

Bild des Tages (aber auch nur, weil ich von Francisco kein Foto habe)

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Da wir gestern Abend festgestellt hatten, dass wir beide ziemlich kaputt sind, hatten wir beschlossen, dass wir gemütlich frühstücken und dann nach San Pedro de Atacama fahren. Ziel war es, spätestens um 12 Uhr am Pool zu liegen. Im Blog sollte stehen, wir lagen den ganzen Tag am Pool, das war alles.

Doch meistens kommt es anders, als man denkt und so berichte ich euch doch wieder ausführlicher über diesen Tag. Es ging wie geplant los, Gaby machte schon mal den ersten Kaffee und den haben wir die HAZ lesend, im Bett genossen, guter Start.

Den Mietwagen hatte ich für 10 Uhr bestellt. Mietwagenstation in Downtown, bewusst nicht Flughafen, da der weiter draußen liegt. Wo die Station liegt hatte ich mir im Rahmen der Vorbereitung über Google Maps rausgesucht und das Hotel in der Nähe gebucht. Also ging ich um ½ 10 Uhr los, um den Wagen zu holen. Nach kurzer Zeit sagte mir mein Orientierungssinn, hier kann was nicht stimmen, also fragte ich nach dem Weg anhand von Straßennamen, die ich mir notiert hatte. Teilweise wurde ich hin- und hergeschickt. Als ich dann an der Stelle ankam, bei der lt. Google Maps die Station sein sollte, war da alles, nur keine Mietwagenstation. Ich fühlte mich allein in der Wüstenstadt.

Also denke ich, nimmst Du ein Taxi, da kommt schon eins. Ich winke, es hält an, ich schaue ins Auto, da sitzen doch schon 3 Leute drin, was soll das? Erst beim zweiten Taxi begriff ich, dass es hier Sammeltaxis gibt, die jeden aufnehmen und dann zu einem festen Tarif nacheinander ans Ziel bringen. Ich also ins Taxi rein und gesagt, wohin die Reise gehen soll. Der Fahrer und die 3 freundlichen Chilenen freuten sich einen Touri im Auto zu haben. Die drei anderen wurden abgeliefert und mit mir fuhr der Fahrer raus in ein Industriegebiet außerhalb der Stadt. Dort fragte er dann nach der Hausnummer, die es aber in diesem Gebiet gar nicht gibt. Mein Fahrgeld von 1,25$ hatte ich bereits beglichen und der extrem nette Taxifahrer sprach spanisch auf mich ein. Wir versuchten uns zu verständigen, aber es gelang uns nicht. Ich fühlte mich allein in der Wüstenstadt, nur ein Taxifahrer dabei, den ich nicht verstand.

Dann versuchte er sein Glück bei einer anderen Taxigesellschaft, er wollte mich  übergeben. Die hatten aber anscheinend kein Interesse. Wohlgemerkt, ich war weit außerhalb er Stadt. Also fuhr Francisco, soweit waren wir in der Zwischenzeit, mich zurück in die Stadt. Andere winkenden Fahrgäste ließ er unbeachtet und fragte dann bei einem anderen Taxifahrer nach, der ihm dann einen Tipp gab. Am anderen Ende der Stadt gab es ein weiteres Industriegebiet, in unmittelbarer Umgebung zum Flughafen. Das konnte ja eigentlich nicht sein, denn auf meinem Voucher stand ja Downtown.

Aber Francisco fuhr los, quer durch die Stadt. Ehrlich, ich wusste nicht mehr wo ich war. Dann sahen wir in weiter Ferne, weit außerhalb der Stadt ein gelbes und ein grünes Schild, das konnten Autovermietungen sein. Wir also nach rechts, links lag in unmittelbarer Nähe der Flughafen. Als wir da waren standen wir vor einer Halle, die aussah wie eine große Werkstatt. Ich stieg aus, wurde betrachtet wie ein Außerirdischer und siehe da, es war die Werkstatt meiner Autovermietung. Francisco hatte ich gebeten zu warten, was die treue Seele auch tat. Nach mehreren Versuchen mich zu verständigen, kam dann ein extrem freundlicher Typ auf mich zu und sprach tatsächlich ein paar Brocken Englisch. Wir gingen rein und er zeigte mir einen Mietvertrag: „you Hantke?“ „Si, si“ gab ich in perfekten spanisch zur Antwort.

Ich raus, habe Francisco 10 $ gegeben; er war happy. Ich aber fühlte mich immer noch allein in der Wüstenstadt, nein in der Wüste, denn die Stadt war ja woanders.

Ich wieder rein, da hat der freundliche Typ gerade seine Kollegin am Flughafen angerufen, dass sie mal rüberkommen soll, da er die Formulare so nicht ausfüllen kann bzw. mir nicht alles in Englisch erklären kann. In der Zwischenzeit waren mehrere Mechaniker da und wir haben versucht uns zu verständigen. Schön war, dass ich ein richtig gutes Upgrade bekommen habe. Die Kollegin kam innerhalb von 5 Minuten und wir machten alles klar.

Ich denke, ich war der erste Kunde, der bei dieser Station Calama Downtown gebucht hat, anders kann ich es mir nicht vorstellen. Zum Abschied haben sie mir noch kleine Präsente überreicht und wir haben uns herzlich voneinander verabschiedet.

Das Positive an diesem Vormittag war, dass ich wirklich viele sehr nette und sehr hilfsbereite Menschen getroffen habe und ich im Nachhinein auch darüber lachen kann, dabei fühlte ich mich aber so allein in der Wüstenstadt.

Jetzt holte ich Gaby vom Hotel ab, da sie von mir zwischendurch einen Anruf bekommen hatte, war sie nicht wirklich beunruhigt. Die Fahrt durch die Wüste war großartig, obwohl ich erst einmal runterkommen musste.

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Das gelang mir erst wirklich am Pool, wo ich sofort zwei Biere zu mir genommen habe, damit ich ja nicht in Versuchung komme, heute noch einmal das Hotel zu verlassen.

So, jetzt noch ein paar Worte zu San Pedro de Atacama und zum Hotel. San Pedro ist ein unglaublicher Ort in der Wüste, er liegt 2440 Meter hoch. Alles ist im Adobe Stil erbaut und auf den ersten Blick fällt es einem schwer zu glauben, dass dieser Ort eine der Touristenattraktionen Chiles ist. Auch ist deutlich zu erkennen, dass es ein total gemischtes Publikum ist. Einmal die Backpacker und zum andere die etwas Älteren, zu denen ich uns auch zähle.

Für die Backpacker ist der Reiz für mich nachvollziehbar Für Leute wie uns, finde ich nur eine Erklärung, die Einfachheit des Ortes, durch die Lage in der Wüste entsteht schon wieder von Luxus. So zumindest geht es mir. Das ist es auch, was unsere Anlage Altiplanico so interessant macht. Wir empfinden sie als wunderschön. Toll z.B., man kommt zu seinem Bungalow und auf der Terrasse sitzt ein Pfau, wo erlebt man so etwas schon? Meine Hotelbewertung findet Ihr hier.

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Daneben gibt es natürlich noch die Natur, die diese Gegend so anziehend macht. Heute haben wir davon ein wenig auf  der Fahrt gesehen. Ich denke, morgen gibt es mehr davon.     

Wie in den Reiseführern angekündigt, ist es tagsüber warm und windig, nachts soll es teilweise sehr kalt werden. 

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