Donnerstag 21.06.2018
Um 6:45 Uhr ist der Gepäckservice fertig, das Auto gepackt. Ich fahre das Gepäck, gefühlt für 8 Personen, nach Bremerhaven. Die Mädels fahren bequem mit dem Zug ab Neustadt an die Küste. Da wir keine Airliner auf dem Plan haben, die sich an jedem Gramm „Über“gepäck eine goldene Nase verdienen, haben wir einfach alles eingepackt.

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Die Idee war, Deti gibt das Gepäck am Schiff ab und holt anschließend die Mädels vom Bahnhof ab. So konnten wir uns einen schönen Tag in Bremerhaven machen. Für diejenigen, die es noch nicht wissen, Bremerhaven ist einen Ausflug wert. Mit den Havenwelten gibt es genügend Attraktionen um hier einige Tage zu verbringen.
Am Cruiseterminal gebe ich das Gepäck ab und dann schnell zum Bahnhof, meine Frauen warten auf mich. Wir sind fast zeitgleich da und so können wir in Ruhe zum Klimahaus fahren. Da wir vor einiger Zeit im Auswandererhaus (siehe auch Bericht über den Besuch) waren und der Besuch des Klimahauses bereits länger zurücklag, haben wir uns dafür entschieden.
Im Klimahaus werden das Klima, die Menschen und die Natur von Ländern gezeigt, die am 8° Längengrad liegen. U.a. gibt es Spaziergänge durch den Regenwald und durch die Antarktis. Aber auch die Schweiz und Samoa präsentieren sich. Es war sehr interessant, obwohl sich mir nicht alle Ausstellungsstücke erschlossen haben. Das lag aber vielleicht auch daran, dass mehrere Schulklassen im Haus waren, was doch störend war. Von daher mein Tipp, der Besuch dauert durchschnittlich 2 Stunden, ich würde nachmittags gehen, dann ist es dort ruhiger.

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Um 14 Uhr sind wir aufs Schiff gegangen, der Check in Prozess lief problemlos. Der ganzen Organisation am Cruiseterminal kann ich nur das größte Kompliment machen, toll. Da wir das Schiff kennen, immerhin sind wir das dritte Mal auf der „Mein Schiff 3“, halten wir uns nicht lange mit Besichtigungen auf, sondern eröffnen die 18-tägige Schlemmschlacht bei Gosch auf Deck 12. Das was sich zum letzten Aufenthalt geändert hat, ist eindeutig das Wetter. Heute ist es extrem stürmisch, regnerisch und kalt, man sieht Menschen dick eingepackt über die Decks huschen, das war vor 7 Monaten in der Karibik anders.

 

Neben uns liegt die MS Astor, das ehemalige Traumschiff. Wenn beide Schiffe nebeneinander stehen, sieht man auch schnell, wie rasant sich das Kreuzfahrtgeschäft entwickelt hat. Was besser oder schlechter ist, muss jeder für sich entscheiden. Größe ist nicht unbedingt schöner, muss aber auch kein Nachteil sein.

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Beim ersten Cocktail der Tour kamen mir dann erste Zweifel, ob ich die Tour ohne Folgeschäden überstehe. Urlaub mit meiner Frau, meiner Schwägerin und meiner Schwiegermutter, kein leichtes Brot. Als die Mädels anfingen leidenschaftlich über den richtigen Fingernagellack zu reden, fühlte ich mich irgendwie fehl am Platz. Aber es sollte zumindest am ersten Tag die Ausnahme bleiben.


Freitag 23.06.2018
Seetag, jeder hat am Vormittag eine Massage gebucht. Die ersten gehen auch glatt durch. Gaby, Waltraud und ich kommen mit einem wohligen Blick aus der Behandlung. Bei Sabine ist das leider anders, der Seegang machte ihr zu schaffen, sodass sie die Massage abbrechen musste.
Also runter in die Kabine, da schaukelt es nicht ganz so doll. Schon am Nachmittag geht es ihr wieder besser. Abends war sie schon wieder fit und wir haben das großartige Essen im Surf & Turf genossen. Der Gourmetpass von TUI Cruises ist für TUI Cruises, wie auch für den Gast ein echter Gewinn.
Zum Abschluss ein Absacker in der Bar, ein kurzer, positiver Casinobesuch und schon war der erste Tag zu Ende. Ich dachte eigentlich, ich werde viel lesen, weit gefehlt, nicht eine Seite habe ich geschafft. Es war ein schöner, wenn auch stürmischer Tag.


Samstag 24.06.2018
Unsere erste Station ist Bergen. Wir hatten uns ursprünglich überlegt mit einem Mietwagen in den Hardangerfjord zu fahren. Da Bergen aber die schönste Stadt Norwegens sein soll, haben wir uns aber für einen Stadtbummel entschieden.
Den Gedanken einen „Hop in Bus“ zu nehmen, haben wir schnell verworfen, denn in der Stadt ist alles fußläufig zu erreichen. In unmittelbarer Nähe zum Schiffsanleger liegt Bryggen, Häuser aus der Zeit, bzw. im Stil der Hanse. Beim ehemaligen deutschen Handelsverbund spielte Bergen von 1278 bis ins 17. Jahrhundert hinein ein wichtige Rolle. Durch zwei große Brände, 1702 und 1955 wurden die alten Häuser zerstört, aber originalgetreu wieder aufgebaut. Dadurch ist ein schönes Zentrum mit kleinen Läden entstanden. Es macht Spaß durch die engen, von Holzhäusern gesäumten Gassen zu spazieren.

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Auch der Rest der Stadt ist sehr angenehm, obwohl es heute hier von Touristen nur so wimmelt, denn es sind zwei Kreuzfahrtschiffe im Hafen.

Nachdem wir durch die Stadt spaziert sind, erkannten wir unsere Chance um die Stadt von oben zu sehen. Tatsächlich rissen die Wolken auf und so machten wir uns auf den Weg zur Floyenbahn. 

Als wir oben ankamen, hatten wir einen tollen Blick auf die alte Hansestadt, der aber nur wenige Minuten möglich war, da es sich dann schon wieder zuzog. 

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Nach dem kurzen Aufenthalt machten wir uns auf den Rückweg. Die Mädels mit der Bahn, ich marschierte die gut 3 km in die Stadt zurück. Kaum, dass ich gestartet war, zeigte sich Bergen von der feuchten Seite. So ging ich durch den Regen den steilen Weg bergab. Trotz des Regens war ich zufrieden, da der Weg sehr schön ist. Mal durch dunklen Wald, mal ist auch ein Blick auf die Stadt möglich.
Wir trafen uns auf dem Fischmarkt, geplant war, dass wir hier ein paar Krabben essen und vielleicht ein Gläschen Wein trinken. Doch man muss die heimische Wirtschaft nicht um jeden Preis unterstützen. So machten wir uns zufrieden, aber auch kaputt auf den Rückweg zum Schiff, welches wir um 14 Uhr erreichten. Im Tag & Nacht Restaurant gab es noch eine Kleinigkeit zu essen anschließend einen Cocktail. Jetzt war es Zeit für eine Erholungspause, diesen Stress hält ja keiner aus. Also wurde bis zum Abendessen geruht.
Am Abend hat die deutsche Nationalmannschaft unserem schwedischen Kapitän die Laune verdorben. Allerdings konnte ich bei den deutschen Fans keine Euphorie erkennen, eher Erleichterung. Ich hatte dann noch so meine Probleme. Zuerst übersah ich eine Stufe und es legte mich flach. Auf dem Rückweg stolperte dann ein Mann direkt in mich rein und rammte mir sein spitzes Kinn direkt in die Schulter. Tat weh, aber ein genügend Hopfengetränke machten es aber erträglich.


Sonntag 24.06.2018
Morgens aufwachen und durch den Geiranger Fjord schippern, es gibt Schlimmeres. Mit unserem riesigen Schiff fahren wir durch den vielleicht schönsten Fjord der Welt. Der Fjord gehört zum UNESCO Naturerbe. Ich kann nur sagen, das hat er verdient. Die Fahrt entlang der Steilwände, von denen unzählige Wasserfälle stürzen, ist sehr imposant.

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Als noch schöner empfinde ich das Ende des Fjords mit dem kleinen Ort Geisanger.

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Als wir um die letzte Ecke bogen lag der Ort friedlich dar. Aufgefallen war uns, dass auf einem freien Platz am Wasser sehr viele Camper standen. Kaum war das Schiff um die Ecke gebogen, hauten die Camper ab, sodass ein kleiner Verkehrsstau entstand. Hatten sie Angst vor der Tourimeute?
Der Ort selbst bietet nicht wirklich was, Touristenshops, 2 oder 3 kleine Cafes und ein Hotel. Aber diese Landschaft ist einfach nur gigantisch.
Leider war es kühl, wolkenverhangen und regnerisch. So waren wir doch ein wenig enttäuscht, als wir das Schiff verließen, hatten wir doch bereits in Deutschland einen Ausflug im Minibus zu den schönsten Aussichtspunkten gebucht. Wir dachten, bei dem Wetter wird das mit der Aussicht wahrscheinlich nichts werden.

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Pünktlich um 12:30 Uhr startete unser Bus, der mit 11 Personen besetzt war. In den 3 Stunden wurden 3 Aussichtspunkte angefahren und einer war schöner als der andere. Nicht nur die Haltepunkte waren schön, die ganze Fahrt war ein Genuss. Unzählige Spitzkehren ermöglichten wechselnde Perspektiven.

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Trotz der Wolken und des Regens hatten wir eine super Aussicht. Am besten, ich lasse Fotos sprechen.
Stopp 1 Flydalsjuvet

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Stopp 2 Dalsnibba (1500 Meter hoch)

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Stopp 3 Adlerkehre

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Für den Ausflug haben wir 50,- € p.P. bezahlt, auf dem Schiff kostet der identische Ausflug in großen Bussen, mit vielen Menschen 72,- € p.P.. Natürlich empfehle ich diese Tour, da die Fahrt im Minibus durch die Serpentinen einfach schöner ist. Weiterhin hatten wir das Glück, zumindest an den ersten beiden Haltepunkten, nicht mit der Menge Mensch vom Schiff da zu sein. Wahrscheinlich bekommt man im großen Bus mehr Erklärungen, dass war uns aber nicht wirklich wichtig.
Zum Auslaufen einen Drink auf Deck 14, ein geniales Gefühl, das durch die ganze Fahrt durch den Fjord erhalten blieb. Eine 360° Drehung bei den 7 Schwestern und dem besoffenen Freier, alles Wasserfälle setzte, dem Ganzen die Krone auf.

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Ein schöner Tag endete an der Bar von „Mein Schiff 3“.

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