Donnerstag 21.06.2018
Um 6:45 Uhr ist der Gepäckservice fertig, das Auto gepackt. Ich fahre das Gepäck, gefühlt für 8 Personen, nach Bremerhaven. Die Mädels fahren bequem mit dem Zug ab Neustadt an die Küste. Da wir keine Airliner auf dem Plan haben, die sich an jedem Gramm „Über“gepäck eine goldene Nase verdienen, haben wir einfach alles eingepackt.

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Die Idee war, Deti gibt das Gepäck am Schiff ab und holt anschließend die Mädels vom Bahnhof ab. So konnten wir uns einen schönen Tag in Bremerhaven machen. Für diejenigen, die es noch nicht wissen, Bremerhaven ist einen Ausflug wert. Mit den Havenwelten gibt es genügend Attraktionen um hier einige Tage zu verbringen.
Am Cruiseterminal gebe ich das Gepäck ab und dann schnell zum Bahnhof, meine Frauen warten auf mich. Wir sind fast zeitgleich da und so können wir in Ruhe zum Klimahaus fahren. Da wir vor einiger Zeit im Auswandererhaus (siehe auch Bericht über den Besuch) waren und der Besuch des Klimahauses bereits länger zurücklag, haben wir uns dafür entschieden.
Im Klimahaus werden das Klima, die Menschen und die Natur von Ländern gezeigt, die am 8° Längengrad liegen. U.a. gibt es Spaziergänge durch den Regenwald und durch die Antarktis. Aber auch die Schweiz und Samoa präsentieren sich. Es war sehr interessant, obwohl sich mir nicht alle Ausstellungsstücke erschlossen haben. Das lag aber vielleicht auch daran, dass mehrere Schulklassen im Haus waren, was doch störend war. Von daher mein Tipp, der Besuch dauert durchschnittlich 2 Stunden, ich würde nachmittags gehen, dann ist es dort ruhiger.

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Um 14 Uhr sind wir aufs Schiff gegangen, der Check in Prozess lief problemlos. Der ganzen Organisation am Cruiseterminal kann ich nur das größte Kompliment machen, toll. Da wir das Schiff kennen, immerhin sind wir das dritte Mal auf der „Mein Schiff 3“, halten wir uns nicht lange mit Besichtigungen auf, sondern eröffnen die 18-tägige Schlemmschlacht bei Gosch auf Deck 12. Das was sich zum letzten Aufenthalt geändert hat, ist eindeutig das Wetter. Heute ist es extrem stürmisch, regnerisch und kalt, man sieht Menschen dick eingepackt über die Decks huschen, das war vor 7 Monaten in der Karibik anders. 

Neben uns liegt die MS Astor, das ehemalige Traumschiff. Wenn beide Schiffe nebeneinander stehen, sieht man auch schnell, wie rasant sich das Kreuzfahrtgeschäft entwickelt hat. Was besser oder schlechter ist, muss jeder für sich entscheiden. Größe ist nicht unbedingt schöner, muss aber auch kein Nachteil sein.

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Beim ersten Cocktail der Tour kamen mir dann erste Zweifel, ob ich die Tour ohne Folgeschäden überstehe. Urlaub mit meiner Frau, meiner Schwägerin und meiner Schwiegermutter, kein leichtes Brot. Als die Mädels anfingen leidenschaftlich über den richtigen Fingernagellack zu reden, fühlte ich mich irgendwie fehl am Platz. Aber es sollte zumindest am ersten Tag die Ausnahme bleiben.


Freitag 23.06.2018
Seetag, jeder hat am Vormittag eine Massage gebucht. Die ersten gehen auch glatt durch. Gaby, Waltraud und ich kommen mit einem wohligen Blick aus der Behandlung. Bei Sabine ist das leider anders, der Seegang machte ihr zu schaffen, sodass sie die Massage abbrechen musste. 
Also runter in die Kabine, da schaukelt es nicht ganz so doll. Schon am Nachmittag geht es ihr wieder besser. Abends war sie schon wieder fit und wir haben das großartige Essen im Surf & Turf genossen. Der Gourmetpass von TUI Cruises ist für TUI Cruises, wie auch für den Gast ein echter Gewinn. 
Zum Abschluss ein Absacker in der Bar, ein kurzer, positiver Casinobesuch und schon war der erste Tag zu Ende. Ich dachte eigentlich, ich werde viel lesen, weit gefehlt, nicht eine Seite habe ich geschafft. Es war ein schöner, wenn auch stürmischer Tag.


Samstag 24.06.2018
Unsere erste Station ist Bergen. Wir hatten uns ursprünglich überlegt mit einem Mietwagen in den Hardangerfjord zu fahren. Da Bergen aber die schönste Stadt Norwegens sein soll, haben wir uns aber für einen Stadtbummel entschieden. 
Den Gedanken einen „Hop in Bus“ zu nehmen, haben wir schnell verworfen, denn in der Stadt ist alles fußläufig zu erreichen. In unmittelbarer Nähe zum Schiffsanleger liegt Bryggen, Häuser aus der Zeit, bzw. im Stil der Hanse. Beim ehemaligen deutschen Handelsverbund spielte Bergen von 1278 bis ins 17. Jahrhundert hinein ein wichtige Rolle. Durch zwei große Brände, 1702 und 1955 wurden die alten Häuser zerstört, aber originalgetreu wieder aufgebaut. Dadurch ist ein schönes Zentrum mit kleinen Läden entstanden. Es macht Spaß durch die engen, von Holzhäusern gesäumten Gassen zu spazieren.

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Auch der Rest der Stadt ist sehr angenehm, obwohl es heute hier von Touristen nur so wimmelt, denn es sind zwei Kreuzfahrtschiffe im Hafen.

Nachdem wir durch die Stadt spaziert sind, erkannten wir unsere Chance um die Stadt von oben zu sehen. Tatsächlich rissen die Wolken auf und so machten wir uns auf den Weg zur Floyenbahn. 

Als wir oben ankamen, hatten wir einen tollen Blick auf die alte Hansestadt, der aber nur wenige Minuten möglich war, da es sich dann schon wieder zuzog. 

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Nach dem kurzen Aufenthalt machten wir uns auf den Rückweg. Die Mädels mit der Bahn, ich marschierte die gut 3 km in die Stadt zurück. Kaum, dass ich gestartet war, zeigte sich Bergen von der feuchten Seite. So ging ich durch den Regen den steilen Weg bergab. Trotz des Regens war ich zufrieden, da der Weg sehr schön ist. Mal durch dunklen Wald, mal ist auch ein Blick auf die Stadt möglich.
Wir trafen uns auf dem Fischmarkt, geplant war, dass wir hier ein paar Krabben essen und vielleicht ein Gläschen Wein trinken. Doch man muss die heimische Wirtschaft nicht um jeden Preis unterstützen. So machten wir uns zufrieden, aber auch kaputt auf den Rückweg zum Schiff, welches wir um 14 Uhr erreichten. Im Tag & Nacht Restaurant gab es noch eine Kleinigkeit zu essen anschließend einen Cocktail. Jetzt war es Zeit für eine Erholungspause, diesen Stress hält ja keiner aus. Also wurde bis zum Abendessen geruht.
Am Abend hat die deutsche Nationalmannschaft unserem schwedischen Kapitän die Laune verdorben. Allerdings konnte ich bei den deutschen Fans keine Euphorie erkennen, eher Erleichterung. Ich hatte dann noch so meine Probleme. Zuerst übersah ich eine Stufe und es legte mich flach. Auf dem Rückweg stolperte dann ein Mann direkt in mich rein und rammte mir sein spitzes Kinn direkt in die Schulter. Tat weh, aber ein genügend Hopfengetränke machten es aber erträglich.


Sonntag 24.06.2018
Morgens aufwachen und durch den Geiranger Fjord schippern, es gibt Schlimmeres. Mit unserem riesigen Schiff fahren wir durch den vielleicht schönsten Fjord der Welt. Der Fjord gehört zum UNESCO Naturerbe. Ich kann nur sagen, das hat er verdient. Die Fahrt entlang der Steilwände, von denen unzählige Wasserfälle stürzen, ist sehr imposant.

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Als noch schöner empfinde ich das Ende des Fjords mit dem kleinen Ort Geisanger.

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Als wir um die letzte Ecke bogen lag der Ort friedlich dar. Aufgefallen war uns, dass auf einem freien Platz am Wasser sehr viele Camper standen. Kaum war das Schiff um die Ecke gebogen, hauten die Camper ab, sodass ein kleiner Verkehrsstau entstand. Hatten sie Angst vor der Tourimeute?
Der Ort selbst bietet nicht wirklich was, Touristenshops, 2 oder 3 kleine Cafes und ein Hotel. Aber diese Landschaft ist einfach nur gigantisch. 
Leider war es kühl, wolkenverhangen und regnerisch. So waren wir doch ein wenig enttäuscht, als wir das Schiff verließen, hatten wir doch bereits in Deutschland einen Ausflug im Minibus zu den schönsten Aussichtspunkten gebucht. Wir dachten, bei dem Wetter wird das mit der Aussicht wahrscheinlich nichts werden.

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Pünktlich um 12:30 Uhr startete unser Bus, der mit 11 Personen besetzt war. In den 3 Stunden wurden 3 Aussichtspunkte angefahren und einer war schöner als der andere. Nicht nur die Haltepunkte waren schön, die ganze Fahrt war ein Genuss. Unzählige Spitzkehren ermöglichten wechselnde Perspektiven.

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Trotz der Wolken und des Regens hatten wir eine super Aussicht. Am besten, ich lasse Fotos sprechen.
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Stopp 2 Dalsnibba (1500 Meter hoch)

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Stopp 3 Adlerkehre

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Für den Ausflug haben wir 50,- € p.P. bezahlt, auf dem Schiff kostet der identische Ausflug in großen Bussen, mit vielen Menschen 72,- € p.P.. Natürlich empfehle ich diese Tour, da die Fahrt im Minibus durch die Serpentinen einfach schöner ist. Weiterhin hatten wir das Glück, zumindest an den ersten beiden Haltepunkten, nicht mit der Menge Mensch vom Schiff da zu sein. Wahrscheinlich bekommt man im großen Bus mehr Erklärungen, dass war uns aber nicht wirklich wichtig.
Zum Auslaufen einen Drink auf Deck 14, ein geniales Gefühl, das durch die ganze Fahrt durch den Fjord erhalten blieb. Eine 360° Drehung bei den 7 Schwestern und dem besoffenen Freier, alles Wasserfälle setzte, dem Ganzen die Krone auf.

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Ein schöner Tag endete an der Bar von „Mein Schiff 3“.

Montag 25.06.2018
Der heutige Seetag fängt schon wieder gut an. Beim Frühstück fällt mir ein gekochtes Ei vom Teller und rollt unter einen Schrank. Um es aufzuheben muss ich mich im Atlantik Restaurant auf den Bauch legen, was nicht nur meine Mädels amüsiert.
Ansonsten haben wir den Tag mit allerlei Aktivitäten verbracht, die auf dem Schiff angeboten werden. Die Mädels basteln Schmuck, ich mixe und teste Cocktails in einem Workshop. Endlich mal ein effektiver Workshop, es wurde weniger geredet, als getrunken. Ein gutes Beispiel für unendliche Sitzungen in manchen Großbetrieben.

Nordkap


Dienstag 26.06.2018 und Mittwoch 27.06.2018
Gefühlt weiterer Seetage. Dazwischen liegt aber Honnigvag auf der Halbinsel Mageröya. Honnigvag ist der nördlichste Ort auf dem europäischen Festland. Auf Mageröya liegt das Nordkap, der angeblich nördlichste Punkt auf dem europäischen Festland, doch dazu später mehr. Ankunft Honnigvag Dienstag 18 Uhr, Abfahrt Mittwoch 3:30 Uhr.


Wenn es bei der Buchung dieser Tour irgendetwas gab, an dem ich im Vorfeld Zweifel hatte, dann war es die Menge der Seetage. Aber weit gefehlt, bislang genießen wir diese Tage, die wir kurzweilig gestalten. Aber eine Geschichte muss ich trotzdem mit einem lächeln erzählen, denn es werden immer mehr Seetage.

Jetzt werdet ihr euch fragen, wie das? Im Verkaufsprozess, egal ob Reisebüro oder Internet, machen sich zu viele Seetage nicht gut. Also werden auf dieser Tour diese beide Tage als „Landtage“ deklariert. Das zieht aber ein anderes Problem nach sich, an Landtagen sind die Preise im Spa-Bereich günstiger als an Seetagen. Also werden diese Landtage im Spa-Bereich wieder zu Seetagen. Im Kreuzfahrtbereich eine gängige Praxis, für den Kunden ärgerlich.

Pünktlich fahren wir in Honnigvag ein, das Wetter ist schön. Honnigvag ist ein kleiner Ort im typisch nordischen gebaut. Den Ort wollten wir uns nach unserem Ausflug zum Nordkap ansehen, dass sollte allerdings nichts werden, doch dazu komme ich gleich.

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Honnigvag

Die Tour zum Nordkap hatten wir als Ausflug über TUI Cruises gebucht. Im Netz gab es keine besseren Angebote, Mietwagen war teuer und letztendlich war es genau dieser Punkt, den wir besuchen wollten, mehr nicht, also war ein Mietwagen nicht wirklich sinnvoll. Das Nordkap ist für mich ein besonderer Ort, wie z.B. das Kap der guten Hoffnung, Usuhaia (südlichster Ort der Welt), Chinesische Mauer, aber auch wie der Eifelturm oder das Empire State Building, alle weckten in mir beim Besuch ein Glücksgefühl. 


Also marschieren wir mal mit der Masse. Unterwegs erinnert mich die Landschaft an den Denali NP (Alaska), nur das da die Grizzlys rum laufen, hier begegnet man höchsten einigen Rentieren. Die Landschaft ist karg, aber interessant, auch wenn es die 35 km keine Abwechslung gibt. Wir haben Glück und sitzen im zweiten von unzähligen Bussen. Als wir am Nordkap ankommen, haben wir Sonnenschein, aber aus Westen droht Unheil. Schnell noch einige Fotos mit blauem Himmel, dann kam das Unheil über uns. Der Wind in Orkanstärke peitschte über uns hinweg, von den unzähligen Bussen erreichten nur 5 ihr Ziel, der Rest musste abbrechen. Einige kehrten um, andere kamen mit viel Verspätung oben im Sturm an. Da saßen wir schon im Trocknen.

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Das Wahrzeichen am Nordkap

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Das Unheil naht von Westen

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Im Zentrum des Sturms

Aber es sollte uns doch noch treffen, denn das Unwetter stattete auch Honnigvags einen Besuch ab. Ein Besuch mit Folgen. Innerhalb von Sekunden rissen die 12 Seile, die das Schiff am Pier hielten. Augen- und Ohrenzeugen zu Folge ging es klack, klack, klack …. Das Schiff knallte gegen den Pier und musste auslaufen. Jetzt war Organisation gefragt. Fast alle Passagiere waren unterwegs, teilweise mussten sie in Notunterkünften untergebracht werden. Wir saßen im Trockenen und so waren wir die Letzten, um die man sich kümmerte. Wir saßen 4 Stunden am Nordkap, das war nicht wirklich toll, aber jeder hatte Verständnis, und so waren die knapp 600 Menschen oben am Kap ruhig und haben die Situation genommen, wie sie war.


Gegen 2 Uhr nachts hat uns dann der Tender aufs Schiff gebracht. Ein kleiner Snack und dann ab in die Koje. Großes Lob an die Crew, man ist mit viel Übersicht vorgegangen und ich habe tatsächlich nichts negatives von den Gästen gehört. Aber der Bildzeitung war es am nächsten Tag immerhin eine Meldung wert.


Als Fazit kann ich sagen, es war ein tolles Gefühl am Nordkap gestanden zu haben. Auch wenn es nicht wirklich der nördlichste Punkt Europas Festland ist der liegt nebenan, das Kap Knivskjellodden. Er ragt knapp 1 ½ km weiter nach Norden.

Erwähnen muss man natürlich Midsummer. Praktisch im ganzen Juni und Juli geht de Sonne nicht unter. Ist schon ein eigenartiges Gefühl, wenn man um 2 Uhr nachts am Pier steht und es taghell. Geschlafen haben wir trotzdem normal und besser als 24 Stunden Dunkelheit ist es allemal.

2 schönne Seetage, ähh Landtage, oder doch Seetage ??? sind zu Ende gegangen. Jetzt geht es wirklich nach Norden, es geht nach Longyearbyen auf Spitzbergen.

Spitzbergen
Donnerstag 28.06.2018
Es ist schon ganz schön stürmisch und so drosselt der Kapitän die Geschwindigkeit. Dadurch haben wir 1 ½ Stunden Verspätung und legen erst um 10:30 auf Svarlgard (Spitzbergen) an. Bei der Ankunft haben wir blauen Himmel, dadurch können wir das Anlegemanöver von Deck aus beobachten. Die Luft ist nordisch klar, schon auf dem Schiff merken wir, dass die Luft hier viel reiner ist. Die Spitzbergener haben hier kein Dieselproblem, auch wenn sie aufgrund des Klimawandels die Folgen mit am meisten zu spüren bekommen. Spitzbergen ist der Ort auf der Welt, dessen Durchschnittstemperaturen am meisten gestiegen sind.

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Heute haben wir 6° Grad, was unserem Hundeschlittenführer zu warm ist, wir dagegen haben im Hochsommer Mütze und Handschuhe an. Die Hundeschlittenfahrt hat Spaß gemacht. Bedenken bezüglich einer etwaigen Tierquälerei möchte ich entgegen treten, denn die Hunde sind heiß darauf zu rennen. Bevor es losgeht, sind die Tiere extrem unruhig, sobald der Führer das Startzeichen gegeben hat, rennen sie los und machen einen zufriedenen Eindruck. Am Wendepunkt gibt es Wasser um abzukühlen. Es ist erstaunlich welche Wirkung das Wasser hat, waren die Hunde eben noch kaputt, werden sie sofort wieder unruhig und wollen rennen.

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Danach sind wir in den Ort Longyearbyen gegangen, der nördlichste, dauerhaft bewohnte Ort, auf der ganzen Welt. Wieder ist dieses besondere Gefühl da, dass wir schon am Nordkap hatten. Nein, der Ort und auch die direkte Umgebung sind nicht wirklich schön, aber trotzdem gehen wir mehrere Stunden gemütlich durch Longyearbyen.

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Um 22:30 Uhr haben wir abgelegt, ein langer Seeweg liegt vor uns. Wir fahren nach Island, dafür haben wir wieder 2 Seetage.

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Island

Freitag 29.06.18 und Samstag 30.06.18
2 Seetage, mit viel faulenzen, essen, trinken. Am Samstag hatten uns für die Kaffee-Lounge eingebucht. Ein Ort der Ruhe im Heck des Schiffes. Leider hat das Wetter nicht so mitgespielt, wie wir es uns vorgestellt hatten, so war nicht viel zu sehen. Aber was solls.


Sonntag 01.07.18
Der Kapitän hatte angekündigt, dass die Einfahrt in den längsten Fjord Islands, eine gute Möglichkeit ist Wale zu beobachten. Klasse, das ist ja mal was. Der Nachteil war nur, dass die Einfahrt um 4:30 Uhr war. Noch blöder, wir hatten 2 Stunden Zeitunterschied zu Spitzbergen und auf hoher See hat sich mein iphone nicht automatisch umgestellt, sodass ich als ich wach wurde 5:30 Uhr auf der Uhr hatte und natürlich sofort aufstand. Immerhin hatte ich Zeit bis 7 Uhr um Wale zu sehen. Zu spät bemerkte ich meinen Fehler, dass ich bereits um kurz vor 4 Uhr bei isländischer Kälte auf dem Balkon stand.


Wale gab es auch keine, nur Gaby hatte einen einiger Entfernung entdeckt. Trotzdem war die Einfahrt sehr schön und war ein gelungener Start in einen tollen Tag. Ich hatte am Airport einen Mietwagen bestellt, den ich auch abholte, leider hatte ich bei billiger-mietwagen keine Stadtstation gefunden, also musste ich mit dem Taxi fahren. Aber ich hatte das Problem nicht alleine.


Ich nehme es schon einmal vorweg, für uns ist bei Kreuzfahrten die Anmietung eines Wagens die beste Möglichkeit das kennenzulernen, was wir sehen wollen. Man ist einfach unabhängiger als bei einem gebuchten Busausflug. Wahrscheinlich bekommt man dort ein paar mehr Informationen, aber die kann man sich auch anlesen. Wann immer es möglich ist empfehle ich den Mietwagen bei Kreuzfahrten.


Doch jetzt zu unserem Tag. Der Wettergott meinte es anfangs nicht gut mit uns, wir hatten einen bedeckten Himmel, es regnete leicht und war kalt. Aber trotzdem war die Fahrt nach Husavik ok. Wir fuhren durch typische isländische Landschaft, viel grün, unförmige Berge, Lavalandschaften, naturbelassene Bach- und Flussläufe. Gerade Letzteres ist auffallend, solche Bäche/Flüsse gibt es in Deutschland nicht mehr, es ist wunderschön. Jetzt werdet ihr sagen, „was soll das denn, an was willst du erkennen naturbelassen oder nicht“? Fahrt hin, schaut es euch an, und ihr wisst was ich meine. Island ist fantastisch.


Husavik ist angeblich das Whale Watching Zentrums Europas. So wie es im Ort aussieht, kann ich das glauben, denn gefühlt ist der ganzen Ort auf Walbeobachtungen und Fischfang ausgerichtet. Ich hatte gehofft, dass es kurze Trips gibt, aber leider dauern alle Touren mindestens 3 Stunden. Das war uns zu lang, denn wir mussten ja um 16:30 Uhr wieder an Bord sein. Also fuhren wir weiter zum Myvatn, dem Mückensee. Ich empfehle einen Besuch im hübschen Ort Husavik und auch die Waltouren sind bestimmt beeindruckend, aber man sollte bei einer Islandtour unbedingt eine Übernachtung einplanen. Bei einer Kreuzfahrt ist diese individuelle Gestaltung leider nicht möglich und von daher würde ich auf den Abstecher Husavik verzichten und mich auf die Sehenswürdigkeiten rund um den Mückensee konzentrieren.

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Auf dem Weg zum See rauchten dann plötzlich die Erde. Direkt neben der Straße stieg der Dampf aus den Erdlöchern. Natürlich machten wir einen kurzen Stopp um uns das genauer anzusehen. Ist schon ein komisches Gefühl, wenn Mutter Erde zeigt, wie es direkt unter dir brodelt. Für die Isländer ist das ganz normal, diese blubbernden Löcher oder gar Geysire gibt es auf der ganzen Insel. Die Isländer bauen sogar ihre Häuser in unmittelbare Nähe. 95% der Isländer heizen mit Erdwärme.
Endlich erreichen wir den Mückensee, als erstes fahren wir eine Badelagune an. Leider ist den Mädels nicht nach warmen Wasser bei kalter Luft. Für einen kurzen Sprung ins Wasser ist mir der Eintrittspreis von 36 € dann doch zu teuer, also verzichte ich auch auf das Vergnügen. Aber dafür gibt es noch viel mehr zu sehen.


Etwas weiter östlich liegt das Solfatarenfeld Namaskaro. Es blubbert, raucht und stinkt nach Schwefel. Wir haben ja schon andere solcher Felder gesehen, was hier aber besonders ist, ist die Farbe des brodelnden Schlammes. Das satte grau passt irgendwie nicht zu der gelben Erdfarbe dieses Feldes. Mit einem Rundgang zu den einzelnen Löchern, sollte man 45 Minuten einplanen. Viele der Ausflugsbusse halten allerdings nur so kurz, dass das erste Loch fotografiert werden kann, dann geht es auch schon weiter.

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So langsam wird das Wetter besser und wir haben blauen Himmel. Natürlich ist der ein oder andere Fotostopp fällig, denn die Landschaft ist teilweise atemberaubend. Aber wir müssen uns ja auch bewegen, so entschließen wir uns zu einem einstündigen Spaziergang durch die Dimmuborgir, die vulkanischen Schönheiten des Myvatn. Es ist ein sehr schöner Spaziergang durch das riesige Lavafeld.


Jetzt ist das Wetter erstmals seit unserem Start in Bremerhaven wirklich gut und so kommen wir in den Genuss schöner isländischer Landschaften, die bei Sonne noch einmal viel schöner sind als bei bedecktem Himmel.

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Der letzte Stopp gilt dem Godafoss, dem Wasserfall der Götter. Leider sind gerade sehr viele Ausflugsbusse hier, sodass wir nur einen kurzen Stopp einlegen. Das kann ich mit ruhigem Gewissen machen, denn ich weiß ja was für ein Wasserfallgigant übermorgen auf uns wartet.
Pünktlich sind wir in Akureyri zurück, den Wagen gebe ich im Stadtbüro von Avis ab und bekomme sogar noch einen kostenlosen Transfer zu Schiff. Das war ein richtig schöner Tag, schade nur, dass wir hier nicht länger bleiben können.

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Montag 02.07.2018


FKAG5859 480x640In der Nacht wurden Eisberge in der Nähe gesehen, davon haben wir nicht mitbekommen. Nach dem gestrigen Tag schliefen wir den Schlaf des Gerechten. Auf See hatten wir wieder das übliche Schittwetter. Auch bei unserer Ankunft um 13 Uhr in Reykjavik, der nördlichsten Hauptstadt der Welt, regnete es unaufhörlich. Wir ließen uns Zeit. Ich regelte schon alles für den für morgen gebuchten Mietwagen bei Europcar. Zu meiner Überraschung bekam ich den Wagen ohne Aufpreis sofort ausgehändigt. So verzichteten wir auf den Hop in Bus und sparten mal soeben satte 130,- €. Wir also mit dem Auto in die Stadt, die sich seit meinem letzten Besuch, Mitte der 90-iger Jahre, doch erheblich verändert hat. Ich hatte keine Hochhäuser in Erinnerung, es war alles noch beschaulicher als heute. 
Reykjavik hat nicht wirklich große Attraktionen zu bieten, herausragend Harpa, das Kultur- und Kunstzentrum, sowie natürlich das Wahrzeichen der Stadt, die Hallgrimskirkja. Es ist ein Gotteshaus, dass durch seine Schlichtheit imponiert. Die angebotene Fahrstuhlfahrt für 8,-€ kann man sich zumindest bei schlechter Sicht schenken. Wir sind dann noch die Laugavegur, Reykjaviks Shoppingstraße, getrödelt, dass war es dann auch schon. Neben Nobelläden, liegen urige Bars, Bistros und Billigshops, ein gelungener Mix.
Nach meiner Einschätzung ist Reykjavik ok, aber kein „Muss“ für einen mehrtägigen Aufenthalt in Island.


Dienstag 03.07.2018
Früh geht es los, aber alles ohne Stress. Ziel war die Fahrt über den Goldenen Zirkel, dessen Werbespruch besagt, er bietet alles was Island interessant macht Feuer, Eis, Meer und Wiesen. Dieser Zirkel ist allen Islandbesuchern bekannt und daher leider auch sehr überlaufen, trotzdem lohnt es sich, ja ist ein unbedingtes „Muss“. Schon einmal vorweg, es war ein wunderschöner Tag.
Leider war es anfangs wieder bedeckt und teilweise hat es sogar geregnet. Die erste Station war der Nationalpark Pingvellir. Kein anderer Ort auf Island hat eine höhere, historische Bedeutung als dieser. Hier wurde 930 der erste isländische Freistaat ausgerufen und am 17. Juni 1944 die Republik Island. 
Interessant sind aber auch die Natur. Gesteinsmauern ragen senkrecht in die Höhe. Entstanden sind sie durch das Aufeinandertreffen der amerikanischen und eurasischen Platte, genau an dieser Stelle. Man hat schöne Wege angelegt die durch die Gesteinsmassen und Wasserläufe führen. Erstaunlich ist, dass kein Eintritt verlangt wird. Wir sind eine Stunde durch den Park gelaufen, war sehr schön, nur die Mücken störten.

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Weiter ging es zum Ort Geysir. Hier besuchten wir Islands bekanntestes Thermalfeld Stori, benannt nach der größten Springquelle, dem Stori-Geysir. Wenn meine Informationen stimmen, ist der Name Geysir für die heißen Springquellen von diesem Ort hergeleitet. Auch hier waren wieder Massen unterwegs, trotzdem war es ein sehr lohnenswerter Besuch, für den wieder kein Eintritt zu entrichten war.

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Dritte Station dieses wunderschönen Ausflugs war der gewaltige Wasserfall Gullfoss. Über zwei Ebenen unter großen Getöse, mit gigantischer Wassergischt, stürzt er 31 Meter in die Tiefe. Als ich in den 90-iger Jahren hier war, waren wir mit unseren Geschäftspartnern hier alleine, es gab auch keine Holzstege oder gar Absperrungen. Heute ist das anders, alles ist abgesichert und es sind unzählige Busladungen von Touristen zugegen. Aber das beeinträchtigt das Erlebnis Gullfoss nicht im Geringsten. Hier spürt man die Macht der Natur, ein sehr beeindruckender Besuch.

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Die Rückfahrt über Sellfoss war anfangs ein wenig eintönig, nur der Besuch eines Kraters, der mit Wasser gefüllt war unterbrach die Fahrt. Interessant, dass an dieser Stelle, die definitiv die unattraktivste auf dieser Tour war, erstmalig Eintritt (3,-€) genommen wurde. Nach Sellfoss wurde die Fahrt wieder abwechslungsreicher.

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Gegen 17 Uhr waren wir zurück und haben den Wagen abgegeben und den schönen Tag mit Cocktails und anderen netten Dingen begossen.

 

Faroer

Donnerstag der 04.07.2018

Wir hatten Pech, das Wetter spielte überhaupt nicht mit. In der Hauptstadt Thorhavn ging es noch, hier regnete es nur vereinzelt, aber außerhalb regnete es Bindfäden und schränkte die Sicht erheblich ein. Dazu der anhaltende Sturm und so brachen wir unsere Mietwagenfahrt ab.

Das was wir gesehen haben war schön. Natürlich schränkt die fehlende Sonne die Schönheit ein, aber trotzdem glaube ich, dass wer Island kennt, der hat die Faroer inklusive. Auch die Hauptstadt Thorhavn ist die weite Anreise nicht wert. Meine Empfehlung ist hier, lieber 1 oder 2 Tage Island länger planen und auf die Faroer verzichten.

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Fazit der gesamten Reise

Eine tolle Tour, auch wenn das Wetter nur bedingt mitgespielt hat. Es ist ein erhabenes Gefühl am Nordkap gestanden zu haben und auch auf Spitzbergen in Longyearbyen. Damit sind Gaby & ich innerhalb von knapp 3 Jahren im südlichsten und nördlichsten, dauerhaft bewohnten Ort dieser Welt gewesen.

Die restlichen Stationen bilden einen gelungenen Mix aus Natur und Stadt. Da es doch sehr viele Seetage sind, würde ich diese Tour keinen Kreuzfahrtanfänger empfehlen, es könnte sonst langweilig werden.

Das Produkt Mein Schiff ist für mich das Beste im Markt und empfehle ich trotz einiger Tricks bei der Ausschreibung ohne Vorbehalte weiter.

 

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Kommentare   

Ulrich Heuer
+1 #2 RE: Nordkap und SpitzbergenUlrich Heuer 2018-07-03 10:15
Viel Spaß weiterhin, tolle Eindrücke und bessere Sicht!
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Jupp
0 #1 KontrastJupp 2018-07-01 18:35
Moin,
habt Ihr nach 3 Wochen Dodekanes nicht eine schöne Taverne mit einem leckeren Choriatiki vermisst???? :lol:
Viel Spaß noch und Gruss aus der sommerlichen Heimat.
DJ

P.S.: Hier das Foto aus Spitzbergen mit Euch Vieren im Vordergrund.


www.dropbox.com/.../spitzbergen.jpg?dl=0
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