Ursprünglich wollte ich einen Reise- und Spielbericht vom Pokalviertelfinale der Burgdorfer Handball Recken in Leipzig schreiben. Doch dann habe ich mir gesagt, einen Spielbericht, das können die Experten von der zweiten Welle, www.zweitewelle.de viel besser. Auch immer alles an das Thema Reisen zu hängen fand ich nicht gut. Warum gebe ich nicht mal einen Freizeittipp aus meinem Alltag? Etwas, was ich häufiger mache, es bislang allerdings keinen Platz auf meiner Seite gefunden hat. Klar, die Handballer unter euch kennen die Atmosphäre eines Handball Bundesligaspiels der Burgdorfer Recken in Hannover, aber auch da ist noch Luft nach oben. Diejenigen unter euch, die bislang alles auf Fußball gesetzt haben, sollten es mal mit einem Besuch bei den Recken versuchen.

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Also gebe ich euch diesen Tipp, garniert mit unserem Leipzigtripp und ein paar Worten meiner Handballvergangenheit. Ich hoffe, der Bericht spricht euch an.

Mit den Burgdorfer Recken haben wir in Hannover die Gelegenheit regelmäßig Bundesliga Handball zu sehen. Die Handball Bundesliga ist die stärkste Liga der Welt und Handball ein Sport der alle anspricht, die ein rasantes, hartes, aber meistens faires Ballspiel mögen. Der Besuch wird auch denen gefallen, die von Handball nicht viel verstehen, alleine die Stimmung in der Halle ist erlebenswert.

Früher als ich in Ahlem noch dem Ball nachjagte, stellte ich mir vor, im Alter, also da wo ich heute längst angekommen bin, an jedem Wochenende auf der Tribüne zu stehen und der 1. Herren der SV Ahlem zuzujubeln, die Mannschaft anzufeuern. So wie die Alten es damals bei uns gemacht haben, ein Bierchen in der Hand, lauthals für ihre Mannschaft da sein, die ein Spiel spielte, das mit dem heutigen Handball nicht mehr viel gemein hat. Schön fand ich das Miteinander auf der Tribüne, auf dem Platz und auch zwischen Tribüne und Platz, Handball ist eben ein Teamsport, siehe hierzu auch meinen Bericht unter Deti open/Bergführer & Bergmanager.

Dieser Teamgedanke ist nach meiner Einschätzung beim Handball heute wesentlich ausgeprägter als beim Fußball. Das gilt natürlich nicht für alle Mannschaften und Vereine. Was auch für den Handball im Vergleich mit Fußball spricht ist, dass sich der Sport und seine Regeln den Gegebenheiten der heutigen Zeit  angepasst haben. Das kann man von der mafiaverseuchten FIFA nicht unbedingt behaupten, die größte Regeländerung der letzten Jahre bei den Balltretern war doch die, dass der Anstoß auch zurück ausgeführt werden darf. Ansonsten hängt man an alten Regeln aus einer Zeit, die heute nicht mehr den wahren Gegebenheiten entspricht und die das Spiel auch oftmals langweilig machen. Wenn dann noch solche Rasenschachtrainer wie der spanisch, bayrisch, britische Pep am Ruder sind, bleibt von der Dynamik des Sports wenig übrig. Da auch viele Nichtrasenschachspieler, z.B. der sensationelle Tayfun Korkut, diese Art des Ballgeschiebes versuchen, endet es letztendlich in einer Einschlafübung für den Zuschauer.

Aber zurück zum Handball, wenn ich da früher alleine an unsere Torausbeute denke, weiß ich, wie sich das Spiel verändert hat. Die 20 Toremarke bedeutete fast immer ein Sieg, heute gewinnst Du mit 20 Toren kein Spiel mehr. Das Spiel ist einfach schneller, dynamischer und athletischer geworden, was den Unterhaltungsfaktor natürlich steigert. In der Swiss Life Arena ist bei jedem Spiel eine Atmosphäre, die selbst so beherrschte Typen wie mich, schon einmal dazu bringen, die Kontenance zu verlieren. Allerdings ohne dabei ausfällig, vielleicht mal ein bisschen, oder gar handgreiflich zu werden; also auch das ist ganz anders als bei einem Teil der Fußballchaoten.

Tja, mit meiner Vision auf der Tribüne der SV Ahlem hat es nicht geklappt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Fehlende Zeit, der Bezug zum Verein ging durch Vereinsmeierei verloren, die Spiele waren nicht immer wirklich ansehnlich …, die Liste ist lang. Fakt ist, ich habe seit Jahren kein Spiel der SV Ahlem und auch von anderen Amateurvereinen gesehen. Zu den Reckenspielen gehe ich allerdings regelmäßig, da hier die Stimmung und die Leistungen stimmen. Wer das erleben will, sollte dringend mal ein Spiel der Recken besuchen. Hier die Spiele der Rückrunde:

27.12.2016 19:00 Uhr TUI Arena gegen Göppingen
15.02.2017 20:15 Uhr SwissLife Arena gegen Rhein-Neckar Löwen
04.03.2017 19:00 Uhr SwissLife Arena gegen Balingen
26.03.2017 15:00 Uhr TUI Arena gegen Kiel
16.04.2017 15:00 Uhr TUI Arena gegen Magdeburg
13.05.2017 19:00 Uhr SwissLife Arena gegen Stuttgart
24.05.2017 19:00 Uhr SwissLife Arena gegen Leipzig
07.06.2017 19:00 Uhr SwissLife Arena gegen Lemgo

Jetzt noch zur Reise nach Leipzig.  Mir kam die Idee, wollen wir nicht mal ein Auswärtsspiel der Recken besuchen und das mit dem Besuch einer Stadt verbinden. Nicht nur Gaby war von der Idee angetan, auch Schwägerin und Schwiegermutter waren begeistert.

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Wir fuhren mit dem IC nach Leipzig, Sparpreis 1. Klasse Hin und zurück = 58,50 €, Fahrzeit knapp 3 Stunden eine Strecke. Gewohnt haben wir im Victor´s Residence in unmittelbarer Nähe des Leipziger Bahnhofs, Doppelzimmer mit Frühstück = 115,-€. Auch das kann ich empfehlen, allerdings gibt es auch zwei Motel One in der unmittelbaren Umgebung zur Nikolaikirche, der Kirche, in der die Bewegung der Wiedervereinigung begann. Leipzig und ihre Bewohner stellten sich mir als friedliche, offene Stadt dar.

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Wir schlenderten über den Leipziger Weihnachtsmarkt, naschten hier und da und hatten unseren Spaß. Der Leipziger Weihnachtsmarkt zieht sich durch die ganze, sehenswerte Altstadt und hat seinen zentralen Punkt am Platz vor dem alten Rathaus. Am Rande liegen das finnische und das Dorf Südtirol. In beiden Dörfern wird landestypisches angeboten, nett gemacht.

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Schwiegermutter bestand auf P1020418webCocktails, was die Stimmung weiter hob. Zur Halle sind wir mit der etwas in die Jahre gekommenen Straßenbahn gefahren. Dort war von der ersten bis zur letzten Minute eine tolle Stimmung, die Fans gingen freundschaftlich miteinander um und feuerten ihre Mannschaften jeweils fair an, hat echt Spaß gemacht.

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In der ersten Halbzeit war es ein ausgeglichenes Spiel, das sehr körperbetont geführt wurde. Man merkte deutlich, dass beide Mannschaften ins Final4 nach Hamburg wollten. In der zweiten Halbzeit war Leipzig die bessere Mannschaft und gewann letztendlich verdient. Die Reckenfans waren zwar am Ende enttäuscht, aber trotz der Niederlage nicht unzufrieden, denn das ganze Spiel über war die Stimmung in der Halle großartig, alleine diese Stimmung war eine Reise wert.   

Am nächsten Tag spazierten wir noch durch den wunderschönen Hauptbahnhof, die riesige Halle ist sehr beeindruckend.

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Hier mein Fazit:

  1. Handball ist ein schöner Sport und deshalb sollte der Besuch eines Recken-Heimspiels für euch demnächst Pflicht sein
  2. Leipzig ist eine Reise wert, wir werden mal wieder in diese schöne Stadt reisen
  3. Es muss nicht immer das Auto sein, eine Bahnfahrt kann sehr entspannend sein

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