Der Amazonas in der grünen Tonne

Der eine oder andere von Euch wird sich fragen, wieso steht dieser Artikel unter der Rubrik „Freizeittipps & Ausflüge“ und nicht bei „Südamerika“? Um einen Eindruck vom Amazonas zu bekommen, braucht ihr nicht nach Südamerika zu fliegen. Nein, den könnt ihr auch in Hannover bekommen, denn bei uns gibt es die grüne Tonne am Zoo.

gruene Tonne webHier ist aktuell das 360° Panorama von Yadegar Asisi beheimatet. Leider ist diese Attraktion nicht allen bekannt. Viele Hannoveraner, die davon gehört haben, können sich nichts darunter vorstellen, was sich in der grünen Tonne verbirgt. Das ist schade, denn das, was es zu sehen und zu hören gibt, ist erlebenswert.

Wir waren jetzt da und sind so begeistert, dass ich einen kurzen Bericht von unserem Besuch schreiben muss. Der Eintritt für einen Erwachsenen liegt bei 11,50 €, beim Erwerb eines Kombitickets Zoo/Amazonien liegt der Eintrittspreis für das Amazonien bei 7,50 €. Bis November 2018 gibt es bei Rossmann Ermässigungskarten von 5,-€, bei einem Einkauf von mindestens 15,-€.

Die grüne Tonne liegt etwas versteckt an der Waldchaussee am Rande des Zoo. Man betritt sie über den Zooparkplatz, ein Zugang direkt vom Zoo ist leider nicht möglich. Nachdem du dein Ticket gelöst hast, kannst du in einen separaten Raum gehen und dir die Entstehungsgeschichte des Projekts ansehen. Bei uns hat dieser Film schon Gefühle geweckt, Gefühle an unseren Aufenthalt im Amazonasgebiet von Ecuador. Aber keine Angst, auch Besucher die noch nicht dort waren, werden begeistert sein.

Dann, nach ca. 10 Minuten gehst Du in die Tonne und erwartest einen Flash, der dich einfach nur umhaut. Aber weit gefehlt, der erste Eindruck ist enttäuschend. Du stehst in einem runden Raum, nach oben gefühlt offen und doch geschlossen, an den Wänden Bäume, grün und was weiß ich. Du fragst dich, „was soll das“?

Doch schon bald kommt das Gefühl des Besonderen auf. Selbst das feuchte Amazonasklima scheint durch die Wände zu dringen, obwohl das nicht der Fall ist. Allerdings wäre es eine Steigerung des Gefühls im Amazonasgebiet zu sein.

Du stehst also in einer riesigen Tonne, in der in der Mitte ein Turm gen Himmel ragt. Um ihn herum stehen mehrere, unterschiedliche, bequeme Sitz- oder Liegegelegenheiten. Wir wählen eine Bank und lassen uns fallen, sind ganz auf die Wand konzentriert. Dabei bemerken wir eine Veränderung der Lichtverhältnisse, es wird dunkel. Parallel erhöht sich die akustische Berieselung.

Amazonien webWir haben die Zeit nicht gestoppt, gefühlt in zwanzig Minuten, werden hier Licht und Akustik eines ganzen Tages vorgeführt. Wer schon einmal im Regenwald war, weiß was das heißt, weiß welche Unterschiede es gibt. Für die, die es nicht kennen, werden die Eindrücke überragend sein.

So sitzen wir 20 Minuten da, und denken, in unserem Ausschnitt, haben wir alles gesehen, weit gefehlt.

Nächste Etappe der Turm. Wir besteigen ihn, andere fahren mit dem Fahrstuhl von Ebene zu Ebene, es gibt 3 davon. Erstaunlich, welche Unterschiede die erhöhte Perspektive, die erhöhten Perspektiven bieten. Wir sind begeistert. Plötzlich sehen wir Blitze und ein Gewitter, sehen Tiere, die durch die Höhen des Waldes schwirren. Dazu die Geräusche, alles ist so nicht europäisch, alles ist so anders. Wir fühlen uns an unseren Aufenthalt im Amazonasgebiet erinnert. Siehe auch http://worldofdeti.de/suedamerika/ecuador-amazonas/sacha-lodge

Boah, das war ja schon mal richtig gut. Als wir wieder unten sind, nehmen wir wieder in der Mitte Platz, dieses Mal mit einer anderen Perspektive. Ja, es hat sich gelohnt, lasst uns gehen. Aber nein, es gibt noch eine weitere Möglichkeit dieses Kunstwerk zu betrachten, welches aus tausenden von Fotos und ergänzenden, nicht zu erkennenden Malereien besteht.

Wir gehen also näher ran. Ey, was sind das für Details, die hatten wir noch nicht gesehen. Wir gehen einmal im Kreis und entdecken auf jedem Meter Neues. Mal eine Schlange, mal einen Käfer, mal Pilze, mal Szenen aus dem tierischen Leben. Danach, nach ca. 1 ½ Stunden verlassen wir beeindruckt, nein fasziniert die grüne Tonne, die bei den Hannoveranern leider nicht die Beachtung bekommt, die sie verdient. 

Ich empfehle den Besuch der Tonne mit einem Spaziergang durch den schönen Zoo von Hannover.