Schon am nächsten Samstag ging es weiter, der zweite Gutschein wurde eingelöst. Für diese Runde hatten wir uns für was entschieden? Natürlich, wenn Linden angeboten wird, wird Linden auch genommen. Treffpunkt war am TAK (Theater am Küchengarten). Unsere Führerin begann mit Erklärungen zum Küchengarten, da bin ich natürlich fit und kann bestätigen, sie hat alles richtig erklärt.

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Natürlich erzählte Ina uns auch etwas zum Ihmezentrum, dem im Brutalismusstil erbauten Schandfleck Lindens. Der Begriff Brutalismus war mir geläufig und ich dachte, na klar, brutal hässlich ist es ja, unser Ihmezentrum. Aber der Begriff ist nicht von brutal abgeleitet, sondern vom französischen „brut“, was für „roher Beton“ steht. Ich finde, beides trifft für das Ihmezentrum zu.

Zuerst ging es zum Lichtenbergplatz, wo wir erklärt bekamen,  dass die alte Stephanusvilla, das ehemalige Polizeirevier in der Gartenallee, gerade zu einem Luxusdomizil umgebaut wird. Wird Linden jetzt zum Stadtteil der Neureichen? Hoffentlich nicht. Vorbei am ältesten Feuerwehrhaus Lindens ging es hoch zur Davenstedter Straße. Beim Feuerwehrhaus ist besonders der Schlauchturm erwähnenswert.

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Die erste Ess-Station, mein Tipp war das Cafe K zum Jauch Millionär, aber das kam erst als zweites an die Reihe. Der erste Anlaufpunkt war das Shandiz in den ehemaligen Räumen des Exils. Heute ist es ein Perser und die servierten Jogurts hatten waren definitiv nicht ohne Knoblauch angerichtet. In der Zwischenzeit sind wir dort mal Essen gewesen, war ok, aber das Beste waren die Jogurts, die wir als Vorspeise bestellt hatten. Ansonsten war speziell der Reis sehr trocken. Direkt gegenüber ist das Cafe K, unsere zweite Station, hier gab es eine Trüffelpraline, mmmh lecker.

Es ging anfangs Schlag auf Schlag, nur wenige 100 Meter weiter besuchten wir eine für Hannover typische Einkehrstätte, einen Kiosk, dieser hat den königlichen Namen Kiosk Royal. Hier das Profil aus meinem Kioskquartett. Mehr zum Kioskquartett erfahrt ihr aus dem Bericht eat-the-world Nordstadt, der voraussichtlich in der nächsten Woche erscheint. Aber auch im Video, der große Gastrotest 2 mit den Helden der Limmerstraße, kommt das Quartett zum Einsatz.

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Die Szenerie hat mich schon stark an die Limmerstraße erinnert. Während ich gelesen hatte, dass Hannover die dichteste Kioskdichte in ganz Hannover hat, meinte unsere Führerin wir liegen an Stelle 3, wobei das von ihr zitierte Ruhrgebiet, sicherlich nicht als Stadt gewertet kann. Berlin hat zwar mehr Kioske als Hannover, aber im Verhältnis zu den Einwohnern liegt wohl Hannover vorn. Aber auch egal, es war nett und die Kostprobe, ein Blätterteigröllchen mit Ziegenkäse und scharfen Gewürzen, war großartig.  Dass die attraktive und sehr sympathische Verkäuferin dann als scharfe Ziege gesehen wurde, gehört sich vielleicht nicht, aber sie machte den Spaß mit.

Wer sich in Linden wundert, dass Bier- oder andere Pfandflaschen oftmals neben Papierkörben stehen, muss wissen, dass es in Linden eine Initiative mit dem Namen „Flaschen gehören nicht in, sondern neben den Container“. Das Ziel ist einfach, Lindener stellen ihr Pfandgeld den Bedürftigen zur Verfügung. Damit die Flaschensammler nicht in den Containern suchen müssen, stellt man sie griffbereit offen hin.

Weiter ging es zum Gut von Alten, hier wurde uns wieder einiges geschichtliches erklärt, dazu gibt es mehr in meinem Lindenblog, der im Jahr 2017 einen Schwerpunkt auf der worldofdeti bilden wird. Früher führte mein Schulweg durch diesen Park, der von der Fläche her größer als der Große Garten in Herrenhausen ist. Nahe am Ausgang in der Weberstraße, sehen wir noch zwei übriggebliebene Weberhäuser. Weitere Informationen zur Industrialisierung und der Lindener Weberei, könnt ihr in der Limmerstraßen Saga Teil 7 nachlesen. Interessant war dann die Information über die Kirsche, die an der Häuserwand gegenüber  hängt. Keiner weiß, woher sie kommt und was es sie bedeutet, Fakt ist, dass seit mindestens 2012 ein Unbekannter vor allem in Linden und der Nordstadt diese Kirschen anbringt. Uns war das vorher nie aufgefallen, aber schon am Deisterplatz sahen wir die nächste Kirsche.

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Auf dem ehemaligen Ahrberggelände gab es Informationen über Klein Rumänien und die Hanomag. Ich hatte jetzt erwartet, dass das Rias Baixas 2 unsere nächste Verpflegungsstation ist, aber leider war das nicht der Fall. Aufgrund der Vielzahl der spanischen Mitbürger in Linden, wäre eine spanische Verpflegungsstation angemessen gewesen. Aber das Tandori, nicht zu verwechseln mit dem Tandure am Ihmeufer, servierte eine leckere Pizza und war auch einen Besuch wert.

Die Pizza im Lehmofen (Tandore)  war schon was Besonderes, auch wenn der Laden in der Haspelmattstraße (Haspelmatt = Tierverschneider = Tierarzt) von außen eher einem Schnellimbiss gleicht. Dieser Laden steht für mich für das Konzept von eat- the-world, kleine Läden, die keiner Kette angehören, die man ansonsten übersieht und nicht ansteuert, die aber wirklich gut sind. Die Pizza war besser als bei den meisten „Promi Italienern“.

Auf der Deisterstraße legte unsere Führerin uns noch das Napoli ans Herz, heute leider keine Station auf der Tour, aber ich denke, auch hier werden wir demnächst mal aufschlagen. Achtung, kleiner Laden, Tischreservierung unbedingt erforderlich.

web IMG 8622Der arabische Schnellimbiss am Anfang der Deisterstraße war unsere Station Nr. 5. Auch hier wieder, nie wäre ich hier rein gegangen, aber es hat geschmeckt.    

Am Schwarzen Bär, den Namen verdankt der Platz eigentlich zwei Schweinen, kehrten wir in der Pastelaria Estrela ein. Das Vanillestück war einfach nur sensationell, die Süßen unter Euch müssen es probieren. Doch zurück zum Schwarzen Bär und den Schweinen.  Lt. unserem Guide Ina liefen einem Hotelier  am heutigen Schwarzen  Bär zwei Schweine zu. Anstatt sie in seiner Küche zu verwerten, machte er seinen Fund über die damaligen sozialen Medien bekannt, er redete einfach darüber. So  ging er als ehrlicher Schweinefinder in die Geschichte ein. Da sein Hotel Schwarzer Bär hieß, bekam der Platz seinen Namen, den er noch heute inne hat. Ob die Geschichte so war, kann ich natürlich nicht beurteilen, aber sie zeigt, dass Ina die 3 Stunden unterhaltsam gestaltet hat.

Die letzte Station war ein Bioladen in der Stephanusstraße, wie das Mädel aus dem Laden, Ihren Arbeitgeber mit viel Herzblut präsentiert hat, war sehr beeindruckend. Wenn sich die Airliner, egal ob die bei TUI fly oder bei der Lufthansa, nur ansatzweise so mit ihrem Arbeitgeber, Kollegen und Kunden identifizieren würden, wäre das wirklich toll.

Die Kostproben waren gut, zum Lohn kauften wir ein Brot Korn an Korn, ohne Weizenmehl, ein Genuss. Wie sich diese Touren auch für die besuchten Läden lohnen sieht man an nachfolgendem Beispiel. In diesem Bioladen erwähnte man einen Partner die Bäckerei Doppelkorn. Nie hatten wir davon gehört, auf dem Rückweg sahen wir in der Harenberger Straße in Limmer genau eine Filiale von Doppelkorn, da werden wir mal hingehen.   

Wieder ein toller Nachmittag, und wieder 5 von 5 möglichen Sternen.  

 

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